Hm, auch keine so leichte Frage. Eigentlich gehe ich nämlich normal auch immer mit einer gewissen Erwartungshaltung ins Theater und habe noch nie vorher gedacht: "Oh Gott, das wird bestimmt nix!"
Aber ich sage jetzt mal Hairspray.
Es ist nicht so, dass ich vorher gedacht hätte, es wäre schlecht, das auf keinen Fall. Aber als es nach Deutschland kam, habe ich einfach überhaupt nicht das Bedürfnis verspürt, es mir anzusehen, und ich dachte nur: "Ach, schon wieder so eine Feel-Good-Show." Erst ein paar Wochen vor der Dernière kam dann bei mir das Interesse und ich bin ziemlich spontan reingegangen, hatte auch ein super Glück mit meinem Platz und der Besetzung und fand es dann doch richtig super und war begeisterter davon, als ich ein Dreivierteljahr zuvor noch gedacht hätte. Dass es Spaß und gute Laune bringt, konnte ich mir schon vorstellen, aber das Stück gehört nicht zur "buntes Spektakel und nichts dahinter"-Gruppe. Es geht dabei ja auch zu einem großen Teil um die Rassentrennung im Amerika der 60er Jahre und ist nicht nur Rumgetanze ohne anspruchsvolle Handlung, und das hat mir gut gefallen.
Sonntag, 30. Oktober 2011
Samstag, 29. Oktober 2011
Tag 18 – Ein Musical, das dich zum Lachen gebracht hat?
Von den Musicals, die ich bisher live gesehen habe, hat Sister Act in Hamburg mich wahrscheinlich am meisten zum Lachen gebracht. Das Drehbuch ist lustig, die Witze wurden gut übersetzt und dem deutschen Humor angepasst und die Darsteller (und vor allem Darstellerinnen) in Hamburg hatten einfach ein hervorragendes komödiantisches Talent und durch deren perfektes Timing kamen diese Momente auch super beim Publikum an.
Mehr brauche ich dazu eigentlich gar nicht zu sagen. :D
Mehr brauche ich dazu eigentlich gar nicht zu sagen. :D
Freitag, 28. Oktober 2011
Tag 17 – Ein Musical, das du empfohlen bekommen hast?
Hier musste ich jetzt wirklich eine Weile überlegen, weil eigentlich habe ich noch nie ein Musical in dem Sinne "empfohlen" bekommen, dass mir jemand gesagt hat: "Kennst du das? Das musst du unbedingt ansehen!"
Das einzige Musical, was hier in Frage käme, wäre Next to Normal. Eine Internetfreundin von mir, mit der ich immer noch ab und zu Mail-Kontakt habe, war damals total begeistert von dem Musical und hat mir immer davon vorgeschwärmt. Sie hat es sogar live in New York sehen können und hat die Show, die Musik und die Darsteller in höchsten Tönen gelobt. Später war ich dann auch in einem Musicalforum, in dem einige Next to Normal kannten und geliebt haben und irgendwann war ich dann so neugierig, dass ich mir die Broadway-CD gekauft habe und dann auch angesteckt wurde.
Next to Normal ist wirklich ein großartiges Stück, leider nach wie vor nur ein Geheimtipp, aber bei mir ganz oben mit dabei, weil es richtig tolle und eingängige Musik, tiefgängige Texte und eine sehr bewegende Geschichte hat. Ich kann auch nur jedem empfehlen, sich die CD zu kaufen und sich davon mitreißen zu lassen. Es lohnt sich!
Das einzige Musical, was hier in Frage käme, wäre Next to Normal. Eine Internetfreundin von mir, mit der ich immer noch ab und zu Mail-Kontakt habe, war damals total begeistert von dem Musical und hat mir immer davon vorgeschwärmt. Sie hat es sogar live in New York sehen können und hat die Show, die Musik und die Darsteller in höchsten Tönen gelobt. Später war ich dann auch in einem Musicalforum, in dem einige Next to Normal kannten und geliebt haben und irgendwann war ich dann so neugierig, dass ich mir die Broadway-CD gekauft habe und dann auch angesteckt wurde.
Next to Normal ist wirklich ein großartiges Stück, leider nach wie vor nur ein Geheimtipp, aber bei mir ganz oben mit dabei, weil es richtig tolle und eingängige Musik, tiefgängige Texte und eine sehr bewegende Geschichte hat. Ich kann auch nur jedem empfehlen, sich die CD zu kaufen und sich davon mitreißen zu lassen. Es lohnt sich!
Donnerstag, 27. Oktober 2011
Tag 16 – Das erste Musical, das du gesehen hast?
Das erste Musical, das ich je gesehen habe, war Elisabeth im August 2006 in Stuttgart. Die Tickets waren ein Geburtstagsgeschenk, weil ich mich damals total für Sisi und allgemein für das Habsburger Kaiserreich interessiert habe, und das war dann ein kleiner Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Und dieser Musicalbesuch hat dann auch alles bei mir verändert und mich zum Fan gemacht.
Wer mehr über das Erlebnis meines ersten Musicalbesuchs erfahren will, kann sich ja das hier durchlesen.
Wer mehr über das Erlebnis meines ersten Musicalbesuchs erfahren will, kann sich ja das hier durchlesen.
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Tag 15 – Welches Musical sollte unbedingt noch verfilmt werden?
Da muss ich wieder mehrere nennen.
Spring Awakening existiert quasi schon komplett als Film in meinem Kopf. Ich habe für jede Szene sehr detaillierte Vorstellungen, wie sie filmisch umgesetzt werden könnten. Ehrlich mal, mit mir als Regisseur können die nichts falsch machen! Wenn ich bei Spring Awakening - The Movie Regie führen würde, dann würde der Film mal mindestens zehn Oscars gewinnen, jede Wette!
Wicked kann ich mir auch super als Film vorstellen, und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, wurde eine Verfilmung auch schon offiziell angekündigt. Ich weiß grad gar nicht mehr, ob das mit Baz Luhrman als Regisseur nur so ein Fanwunsch war oder auch offizielle Sache, aber jedenfalls kann man denke ich in den nächsten Jahren auch mit einem Wicked-Film rechnen, und das kann ich mir auch schon richtig super vorstellen. Das Musical bietet ja eine super Grundlage für spektakuläre Special Effects und das wird sicher auch ein ganz schön teures und aufwendiges Ding. Ich hoffe nur, dass man den Film Broadway-orientiert und nicht Hollywood-orientiert besetzt, damit würde der Film nämlich stehen oder fallen.
Was ich mir auch super als Film vorstellen kann, ist Aida. Das ist ja das einzige Disney-Musical, zu dem es nicht vorher einen Film gab (obwohl das glaub ich ursprünglich mal so geplant war). Ich finde, entweder sollte man daraus einen klassischen Zeichentrickfilm oder eine reine Realverfilmung machen, aber kein computeranimierter Film im Stil von "Rapunzel". Aida hat eine tolle Story und eine wahnsinnig gute Musik und wenn man alles richtig macht, könnte das endlich wieder ein Zeichentrick werden, der mit den Erfolgen der 90er wie Die Schöne und das Biest, Der König der Löwen oder Aladdin mithalten könnte. Da besteht jedenfalls ein sehr großes Potenzial.
Und auch eine Realverfilmung fände ich nicht total verkehrt. Neulich habe ich nämlich Prince of Persia gesehen, was ja auch ein Disneyfilm ist, und so in der Art könnte ich ihn mir vorstellen, halt auch mit so beeindruckenden Bildern und Naturaufnahmen. Dann kann man die Wüstensonne und so richtig spüren, und dann die Pyramiden und alles. Ich wäre dafür! Aber auch hier: Bitte keine Popsternchen mit dünnen Stimmen für die Hauptrollen!
Spring Awakening existiert quasi schon komplett als Film in meinem Kopf. Ich habe für jede Szene sehr detaillierte Vorstellungen, wie sie filmisch umgesetzt werden könnten. Ehrlich mal, mit mir als Regisseur können die nichts falsch machen! Wenn ich bei Spring Awakening - The Movie Regie führen würde, dann würde der Film mal mindestens zehn Oscars gewinnen, jede Wette!
Wicked kann ich mir auch super als Film vorstellen, und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, wurde eine Verfilmung auch schon offiziell angekündigt. Ich weiß grad gar nicht mehr, ob das mit Baz Luhrman als Regisseur nur so ein Fanwunsch war oder auch offizielle Sache, aber jedenfalls kann man denke ich in den nächsten Jahren auch mit einem Wicked-Film rechnen, und das kann ich mir auch schon richtig super vorstellen. Das Musical bietet ja eine super Grundlage für spektakuläre Special Effects und das wird sicher auch ein ganz schön teures und aufwendiges Ding. Ich hoffe nur, dass man den Film Broadway-orientiert und nicht Hollywood-orientiert besetzt, damit würde der Film nämlich stehen oder fallen.Was ich mir auch super als Film vorstellen kann, ist Aida. Das ist ja das einzige Disney-Musical, zu dem es nicht vorher einen Film gab (obwohl das glaub ich ursprünglich mal so geplant war). Ich finde, entweder sollte man daraus einen klassischen Zeichentrickfilm oder eine reine Realverfilmung machen, aber kein computeranimierter Film im Stil von "Rapunzel". Aida hat eine tolle Story und eine wahnsinnig gute Musik und wenn man alles richtig macht, könnte das endlich wieder ein Zeichentrick werden, der mit den Erfolgen der 90er wie Die Schöne und das Biest, Der König der Löwen oder Aladdin mithalten könnte. Da besteht jedenfalls ein sehr großes Potenzial.
Und auch eine Realverfilmung fände ich nicht total verkehrt. Neulich habe ich nämlich Prince of Persia gesehen, was ja auch ein Disneyfilm ist, und so in der Art könnte ich ihn mir vorstellen, halt auch mit so beeindruckenden Bildern und Naturaufnahmen. Dann kann man die Wüstensonne und so richtig spüren, und dann die Pyramiden und alles. Ich wäre dafür! Aber auch hier: Bitte keine Popsternchen mit dünnen Stimmen für die Hauptrollen!
Dienstag, 25. Oktober 2011
Tag 14 – Welches Musical auf deiner To-See-Liste steht auf Platz 1?
Welches Musical ich wohl realistisch gesehen als nächstes sehen werde, ist Rebecca in Stuttgart. (Die Frage habe ich aber hier schon beantwortet.)
Zwei Musicals, die ich noch nie live gesehen habe, aber schon lange liebe und unbedingt irgendwann mal noch live sehen muss, sind Les Misérables und Rent. Da hat sich einfach noch sie die Gelegenheit geboten, weil Les Mis schon ganz lange nicht mehr in meiner Nähe lief (und am liebsten würde ich es eh auf Englisch in London sehen) und von Rent wurde letztes Jahr, glaub ich, zwar in Mainz aufgeführt, aber in deutscher Sprache und Rent will ich entweder auf Englisch oder gar nicht sehen. Und da würde ich auch nicht einfach in die erstbeste Vorstellung gehen, wenn es mal in meiner Nähe sein sollte, sondern da will ich vorher auch schon sicher sein, dass die Sprache und die Besetzung stimmt.
Zwei Musicals, die ich noch nie live gesehen habe, aber schon lange liebe und unbedingt irgendwann mal noch live sehen muss, sind Les Misérables und Rent. Da hat sich einfach noch sie die Gelegenheit geboten, weil Les Mis schon ganz lange nicht mehr in meiner Nähe lief (und am liebsten würde ich es eh auf Englisch in London sehen) und von Rent wurde letztes Jahr, glaub ich, zwar in Mainz aufgeführt, aber in deutscher Sprache und Rent will ich entweder auf Englisch oder gar nicht sehen. Und da würde ich auch nicht einfach in die erstbeste Vorstellung gehen, wenn es mal in meiner Nähe sein sollte, sondern da will ich vorher auch schon sicher sein, dass die Sprache und die Besetzung stimmt.
Montag, 24. Oktober 2011
Tag 13 – Was war die traurigste Szene, die du je gesehen hast? Und musstest vielleicht auch ein paar Tränchen verdrücken?
Hier kann ich mich nicht genau auf eine Szene festlegen, sondern entscheide mich für mehrere aus dem selben Musical, die aber alle zusammenhängen.
Moritz' Selbstmord in Spring Awakening hat mir damals in Frankfurt echt bei beiden Vorstellungen total das Herz zerrissen. Greg Fossard hat seine Rolle so unglaublich gut und überzeugend gespielt und Moritz hat mir einfach schrecklich Leid getan. Ich finde es immer so furchtbar zu hören, dass ein Jugendlicher sich das Leben genommen hat, weil ich mich frage, wie verzweifelt ein Mensch sein muss, dass er wirklich keinen anderen Ausweg mehr sieht, und gerade bei jungen Menschen betrifft mich das immer total. Und auch wenn Spring Awakening vor über hundert Jahren spielt, ist das eine Sache, die zu jeder Zeit aktuell ist.
In "Don't Do Sadness", dem Lied, das Moritz davor singt, offenbart er schon seine ganze innere Zerrissenheit und dieses Verkrampfte, Hilflose hat Greg damals so glaubwürdig und greifbar rübergebracht. Und als er dann da stand, ganz leise gesagt hat: "I'm ready now. I'll be an angel.", sich die Pistole an die Schläfe gesetzt hat und ihm ganz sachte und ohne großen Knall das Leben ausgehaucht wurde (was mit dem Kreidestaub übrigens unfassbar schön und traurig zugleich dargestellt wurde), ging bei mir nichts mehr.
Left Behind, Moritz' Beerdigung, ist für mich ein ebenso trauriger Moment. In der Broadway-Version kommen seine Freunde nacheinander auf die Bühne und jeder legt ihm eine Blume in sein Grab. In Frankfurt trugen alle eine Kerze, die die sonst sehr düstere Bühne ein wenig beleuchtet hat, und Moritz hat sich ausgezogen und wurde "gesäubert".
Die dritte Szene ist Those You've Known, in der Melchior auf dem Friedhoft auf Wendla wartet, dann das frische Grab mit ihrem Namen findet und davor zusammenbricht. Darauf versucht er, sich das Leben zu nehmen, als aus der dunklen Nacht die Geister von Wendla und Moritz erscheinen und ihn dazu bewegen, für ihn weiterzuleben.
Moritz' Selbstmord in Spring Awakening hat mir damals in Frankfurt echt bei beiden Vorstellungen total das Herz zerrissen. Greg Fossard hat seine Rolle so unglaublich gut und überzeugend gespielt und Moritz hat mir einfach schrecklich Leid getan. Ich finde es immer so furchtbar zu hören, dass ein Jugendlicher sich das Leben genommen hat, weil ich mich frage, wie verzweifelt ein Mensch sein muss, dass er wirklich keinen anderen Ausweg mehr sieht, und gerade bei jungen Menschen betrifft mich das immer total. Und auch wenn Spring Awakening vor über hundert Jahren spielt, ist das eine Sache, die zu jeder Zeit aktuell ist.
In "Don't Do Sadness", dem Lied, das Moritz davor singt, offenbart er schon seine ganze innere Zerrissenheit und dieses Verkrampfte, Hilflose hat Greg damals so glaubwürdig und greifbar rübergebracht. Und als er dann da stand, ganz leise gesagt hat: "I'm ready now. I'll be an angel.", sich die Pistole an die Schläfe gesetzt hat und ihm ganz sachte und ohne großen Knall das Leben ausgehaucht wurde (was mit dem Kreidestaub übrigens unfassbar schön und traurig zugleich dargestellt wurde), ging bei mir nichts mehr.
Left Behind, Moritz' Beerdigung, ist für mich ein ebenso trauriger Moment. In der Broadway-Version kommen seine Freunde nacheinander auf die Bühne und jeder legt ihm eine Blume in sein Grab. In Frankfurt trugen alle eine Kerze, die die sonst sehr düstere Bühne ein wenig beleuchtet hat, und Moritz hat sich ausgezogen und wurde "gesäubert".
Die dritte Szene ist Those You've Known, in der Melchior auf dem Friedhoft auf Wendla wartet, dann das frische Grab mit ihrem Namen findet und davor zusammenbricht. Darauf versucht er, sich das Leben zu nehmen, als aus der dunklen Nacht die Geister von Wendla und Moritz erscheinen und ihn dazu bewegen, für ihn weiterzuleben.
Sonntag, 23. Oktober 2011
Tag 12 – Ein Musical, das du nicht nochmal sehen musst?
Starlight Express ist ein Musical, das ich nicht nochmal sehen muss. Ich fand es zwar damals in Bochum toll und war auch eine Zeit lang Fan, aber jetzt bin ich nochmal ein paar Jahre älter und habe auch mittlerweile höhere Ansprüche und muss es wirklich kein zweites Mal sehen, zumal das Stück ja vor zwei oder drei Jahren komplett überarbeitet und geändert wurde und dadurch, was ich so gehört habe, wohl ziemlich an Qualität verloren haben soll.
West Side Story hat mir dieses Jahr in Koblenz auch nicht besonders gut gefallen, aber gerade deshalb würde ich es vielleicht auch irgendwo und irgendwann ein zweites Mal sehen. Ich fand die Inszenierung in Koblenz einfach nicht gut, aber in letzter Zeit merke ich eigentlich, wenn ich mit dem Stück zufällig in Berührung komme, immer mal wieder, dass es eigentlich gar nicht so übel ist und ich vielleicht durch diesen Theaterbesuch einen falschen Eindruck gewonnen habe. Gerade Glee bewegt mich im Moment dazu, West Side Story doch nochmal eine Chance zu geben und mich vielleicht eines besseren belehren zu lassen.
West Side Story hat mir dieses Jahr in Koblenz auch nicht besonders gut gefallen, aber gerade deshalb würde ich es vielleicht auch irgendwo und irgendwann ein zweites Mal sehen. Ich fand die Inszenierung in Koblenz einfach nicht gut, aber in letzter Zeit merke ich eigentlich, wenn ich mit dem Stück zufällig in Berührung komme, immer mal wieder, dass es eigentlich gar nicht so übel ist und ich vielleicht durch diesen Theaterbesuch einen falschen Eindruck gewonnen habe. Gerade Glee bewegt mich im Moment dazu, West Side Story doch nochmal eine Chance zu geben und mich vielleicht eines besseren belehren zu lassen.
Samstag, 22. Oktober 2011
Tag 11 – Welches Musical könntest du dir immer und immer wieder ansehen?
Gute Frage ... Früher wollte ich Elisabeth unbedingt gaaanz oft sehen und war richtig neidisch auf die Leute, die es 50 mal oder häufiger live gesehen hatten. Allerdings ist das mittlerweile nicht mehr so und sogar jetzt, wo es wieder "in meiner Nähe" ist, weiß ich nicht, ob ich es mir überhaupt noch einmal ansehen soll. Das liegt einfach daran, weil ich die vielen Shows, die ich damals nicht live sehen konnte, dafür auf DVD geschaut oder auf Aufnahmen gehört habe und auch wenn ich die Show immer noch sehr gerne mag, bin ich es irgendwie über und auch wenn ich es erst dreimal live gesehen habe, hat es sich für mich schon so ein kleines bisschen "totgespielt" und ich brauche jetzt erst mal zehn Jahre oder so Abstand von dem Stück, um es irgendwann wieder richtig mit Begeisterung sehen zu können.
Mit Wicked ist es ähnlich. Damals, als es noch in Stuttgart war, wollte ich sooo oft hin und wenn ich vielleicht näher am Theater gewohnt, das Geld und auch die Zustimmung meiner Eltern gehabt hätte, hätte ich es mir bestimmt zehn mal angesehen, ohne dass es langweilig oder uninteressant für mich geworden wäre. Aber ähnlich wie bei Elisabeth hab ich mir dann halt die volle Dosis Wicked auf DVD oder Audios gegeben und jetzt ist das Bedürfnis nicht mehr so stark.
Also lautet meine Antwort mal wieder Spring Awakening. Ich habe es dieses Jahr zweimal gesehen und habe mich noch lange nicht daran sattgesehen. Wenn es noch in Frankfurt (oder wo anders in meiner Nähe) laufen würde, dann würde ich die Gelegenheit auf jeden Fall nutzen und es mir mehrmals live ansehen - immerhin ist es mein Lieblingsmusical. Aber hier kann es auch gut sein, dass ich es irgendwann, wenn ich als Ersatz immer auf DVD zurückgreifen muss, Leid bin, ohne es überhaupt oft live gesehen zu haben, und das wäre schade.
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Tag 10 – Welches ist der beste Schlussszene in einem Musical?
Uh, da musste ich jetzt ein bisschen überlegen. Ich finde, es gibt viele Musicals, die ein total beeindruckendes und wirkungsvolles Schlussbild haben, aber die Schlussszene als Ganzes, hmm ... Diesmal habe ich eigentlich eine recht ungewöhnliche Wahl getroffen, weil das Musical gar nicht so weit oben bei mir steht, aber die Schlussszene hat mich damals in London live einfach vollkommen beeindruckt.
Die beste Schlussszene ist für mich "Final Lair" aus dem Phantom der Oper. Wenn ich mir das Musikstück unabhängig von der Szene auf meinem MP3-Player anhöre, dann reißt es mich auch nicht vollkommen mit, aber wenn man im Publikum sitzt und das auf der Bühne sieht, ist das wirklich ein ganz besonderer Theatermoment. Eigentlich wollte ich hier auch noch ein besseres Bild hochladen, aber ich habe jetzt wirklich eine halbe Stunde lang das Internet nach einem Bild, das die Szene gut einfängt und auch die gesamte Bühne zeigt, gesucht und bin leider nicht fündig geworden.
Erst einmal hat diese Szene ein fantastisches Bühnenbild - das unterirdische Versteck des Phantoms und der See, der die komplette Fläche in Nebel hüllt, im Hintergrund die Gitterwand und die ganzen Kerzenleuchter. Dann ist diese Szene natürlich hochdramatisch und für mich die einzige im ganzen Stück, die wirklich berührt und in der ich die Emotionen fühlen kann.
Zehn Minuten vor Schluss sitzt mal als Zuschauer wirklich total angespannt auf seinem Sitz und rechnet jetzt mit dem großen Knalleffekt, dass das Phantom in seiner krankhaften Liebe Raoul und vielleicht sogar Christine tötet. Dann küsst Christine das Phantom und es lässt Raoul und sie gehen. Im Hintergrund hört man ständig die Stimmen des Männerchores, die das Phantom jagen und töten wollen. Das Phantom weint um Christine, setzt sich auf seinen Thron, wirft seinen Umhang über sich. Meg betritt als erste das Versteck des Phantoms, geht auf den Thron zu, zieht den Umhang weg und sieht nur noch die weiße Maske dort liegen. Sie nimmt die Maske, geht in die Knie und dreht sie zum Publikum. Die letzten Klänge. Das Licht geht aus. Stille. Tosender Applaus.
Die beste Schlussszene ist für mich "Final Lair" aus dem Phantom der Oper. Wenn ich mir das Musikstück unabhängig von der Szene auf meinem MP3-Player anhöre, dann reißt es mich auch nicht vollkommen mit, aber wenn man im Publikum sitzt und das auf der Bühne sieht, ist das wirklich ein ganz besonderer Theatermoment. Eigentlich wollte ich hier auch noch ein besseres Bild hochladen, aber ich habe jetzt wirklich eine halbe Stunde lang das Internet nach einem Bild, das die Szene gut einfängt und auch die gesamte Bühne zeigt, gesucht und bin leider nicht fündig geworden.
Erst einmal hat diese Szene ein fantastisches Bühnenbild - das unterirdische Versteck des Phantoms und der See, der die komplette Fläche in Nebel hüllt, im Hintergrund die Gitterwand und die ganzen Kerzenleuchter. Dann ist diese Szene natürlich hochdramatisch und für mich die einzige im ganzen Stück, die wirklich berührt und in der ich die Emotionen fühlen kann.
Zehn Minuten vor Schluss sitzt mal als Zuschauer wirklich total angespannt auf seinem Sitz und rechnet jetzt mit dem großen Knalleffekt, dass das Phantom in seiner krankhaften Liebe Raoul und vielleicht sogar Christine tötet. Dann küsst Christine das Phantom und es lässt Raoul und sie gehen. Im Hintergrund hört man ständig die Stimmen des Männerchores, die das Phantom jagen und töten wollen. Das Phantom weint um Christine, setzt sich auf seinen Thron, wirft seinen Umhang über sich. Meg betritt als erste das Versteck des Phantoms, geht auf den Thron zu, zieht den Umhang weg und sieht nur noch die weiße Maske dort liegen. Sie nimmt die Maske, geht in die Knie und dreht sie zum Publikum. Die letzten Klänge. Das Licht geht aus. Stille. Tosender Applaus.
Tag 9 – Welches ist dein Lieblingszitat aus einem Musical?
Ich finde, dass es so viele Musicals mit wahnsinnig tiefgängigen Texten und demnach auch vielen wunderschönen Zitaten gibt - ich denke da zum Beispiel an Next to Normal, Spring Awakening oder Ghost.
Bei dieser Frage habe ich aber eine ganz bestimmte Textstelle besonders im Sinn. Mein Lieblingszitat ist der Refrain aus "No Day But Today" aus Rent. Mit diesem Musical hat Jonathan Larson uns einfach ein ganz großes Geschenk gemacht und gerade dieses Lied entählt irgendwie eine so "hoffnungsvolle" Stimmung und kann einen, wenn man sich mal nicht so gut fühlt, wieder aufmuntern und einem einfach ein gutes Gefühl geben. Und ich finde, er ist das perfekte Beispiel, um zu zeigen, dass Rent und seine Texte, obwohl das Stück wirklich zeitlich und vom Handlungsort her genau eingeordnet ist (New York, 1989-90), zeitlos sind. "No Day But Today" passt so wunderbar ins Musical und zur Situation der Charaktere, aber lässt sich gleichzeitig auf das Leben eines jeden anderen Menschen übertragen, wenn ihr versteht, was ich meine. :D
Bei dieser Frage habe ich aber eine ganz bestimmte Textstelle besonders im Sinn. Mein Lieblingszitat ist der Refrain aus "No Day But Today" aus Rent. Mit diesem Musical hat Jonathan Larson uns einfach ein ganz großes Geschenk gemacht und gerade dieses Lied entählt irgendwie eine so "hoffnungsvolle" Stimmung und kann einen, wenn man sich mal nicht so gut fühlt, wieder aufmuntern und einem einfach ein gutes Gefühl geben. Und ich finde, er ist das perfekte Beispiel, um zu zeigen, dass Rent und seine Texte, obwohl das Stück wirklich zeitlich und vom Handlungsort her genau eingeordnet ist (New York, 1989-90), zeitlos sind. "No Day But Today" passt so wunderbar ins Musical und zur Situation der Charaktere, aber lässt sich gleichzeitig auf das Leben eines jeden anderen Menschen übertragen, wenn ihr versteht, was ich meine. :D
There's only us, there's only this
Forget regret, or life is yours to miss
No other road, no other way
No day but today
Mittwoch, 19. Oktober 2011
Tag 8 – Dein Hassmusical?
Das wird meine Leser jetzt wahrscheinlich nicht befriedigen, aber ich habe keine Antwort auf die Frage. Nicht, weil ich denke, dass alle Musicals gut sind oder so, aber ich habe einfach kein "Hassmusical".
Es ist einfach so, dass ich mich nur wirklich mit Musicals die befasse, die mich auch interessieren, und manchmal gibt es halt Stücke, aus denen ich dann ein paar Lieder höre und wenn sie mir nicht gefallen oder wenn es mich von der Handlung und vom Thema her einfach überhaupt nicht anspricht, dann setze ich mich auch nicht weiter damit auseinander.
Anders hätte ich vielleicht auch Hassmusicals. Aber ich finde einfach, dass man nur wirklich sagen sollte, dass man etwas "hasst" (und egal, ob das jetzt ein Buch oder ein Film oder ein Theaterstück ist), wenn man es auch in seiner Komplettheit kennt. Und, wie ich das jetzt eben schon gesagt habe, wenn mich ein Stück, das vielleicht mein Hassmusical werden könnte, wenn ich es mir anschauen würde, nicht interessiert, dann schaue ich es mir auch einfach nicht an.
Von allen Shows, die ich bisher live gesehen habe, habe ich auch keine wirklich gehasst. Ich informiere mich halt auch vorher immer darüber, kostet ja auch immer Geld und dann schaue ich mir ja nicht freiwillig etwas an, das ich ohnehin nicht mag.
Von denen, die ich gesehen habe, hat mir West Side Story am wenigsten gefallen, aber das lag wahrscheinlich weniger an dem Stück selbst als an der Inszenierung in Koblenz und der Besetzung, die wirklich schwach waren und da habe ich das Theater wirklich enttäuscht verlassen. Aber hinterher habe ich mich dann auch noch ein bisschen näher mit dem Musical beschäftigt und festgestellt, dass es mir besser gefällt, wenn es anders aufbereitet und einfach besser besetzt ist. Es kann mich zwar nach wie vor nicht richtig begeistern, aber ich hasse es trotzdem absolut nicht.
Langweilige Antwort von mir, ich weiß, aber es nichts als die Wahrheit. :D
Es ist einfach so, dass ich mich nur wirklich mit Musicals die befasse, die mich auch interessieren, und manchmal gibt es halt Stücke, aus denen ich dann ein paar Lieder höre und wenn sie mir nicht gefallen oder wenn es mich von der Handlung und vom Thema her einfach überhaupt nicht anspricht, dann setze ich mich auch nicht weiter damit auseinander.
Anders hätte ich vielleicht auch Hassmusicals. Aber ich finde einfach, dass man nur wirklich sagen sollte, dass man etwas "hasst" (und egal, ob das jetzt ein Buch oder ein Film oder ein Theaterstück ist), wenn man es auch in seiner Komplettheit kennt. Und, wie ich das jetzt eben schon gesagt habe, wenn mich ein Stück, das vielleicht mein Hassmusical werden könnte, wenn ich es mir anschauen würde, nicht interessiert, dann schaue ich es mir auch einfach nicht an.
Von allen Shows, die ich bisher live gesehen habe, habe ich auch keine wirklich gehasst. Ich informiere mich halt auch vorher immer darüber, kostet ja auch immer Geld und dann schaue ich mir ja nicht freiwillig etwas an, das ich ohnehin nicht mag.
Von denen, die ich gesehen habe, hat mir West Side Story am wenigsten gefallen, aber das lag wahrscheinlich weniger an dem Stück selbst als an der Inszenierung in Koblenz und der Besetzung, die wirklich schwach waren und da habe ich das Theater wirklich enttäuscht verlassen. Aber hinterher habe ich mich dann auch noch ein bisschen näher mit dem Musical beschäftigt und festgestellt, dass es mir besser gefällt, wenn es anders aufbereitet und einfach besser besetzt ist. Es kann mich zwar nach wie vor nicht richtig begeistern, aber ich hasse es trotzdem absolut nicht.
Langweilige Antwort von mir, ich weiß, aber es nichts als die Wahrheit. :D
Dienstag, 18. Oktober 2011
Tag 7 – Dein Lieblingsmusical?
Seit Anfang diesen Jahres ist das für mich definitiv Spring Awakening von Duncan Sheik und Steven Slater.
Ich habe es im English Theatre Frankfurt live gesehen, ohne vorher überhaupt viel darüber zu wissen, und es hat mich wirklich vollkommen überwältigt. Und zwar so richtig. Ich kam aus dem Theater und konnte kaum noch sprechen, und es hat mich einfach auch nachhaltig so beeindruckt. Andere Musicals begeistern mich auch und in den Tagen danach "spüre" ich den Abend noch in mir, aber hier war es wirklich was anderes. Noch Wochen später konnte ich wirklich kaum an etwas anderes denken und ich bin so dankbar, dass ich bei einer weiteren Vorstellung dabei sein durfte.
Meine Blog-Motivation ist im Moment gleich null und eigentlich sollen meine Einträge ja eh kurz und knackig sein, also versuche ich jetzt, das mal knapp zu halten: Die Musik ist einfach verdammt geil und perfekt. Die Texte sind nicht so banal und oberflächlich wie die der meisten anderen Musicals der letzten Jahre, sondern haben extrem viel Tiefgang. Im einen Moment sind sie sehr lyrisch und verträumt, und im anderen total direkt und ehrlich - Spring Awakening nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht aus, was andere Shows sich nicht trauen.
Ich finde auch, dass es das perfekte Stück ist, um Anti-Musical-eingestellten Jugendlichen das Genre (und "langweilige Dramen" aus dem Deutschunterricht) näherzubringen und zu zeigen, wie cool es einfach sein kann. Spring Awakening sollte allen Schulklassen der Welt gezeigt werden!
Ja, das war dann wohl meine Antwort auf die Frage. ;)
Montag, 17. Oktober 2011
Tag 6 – Welches Musical sollte deiner Meinung nach jeder gesehen haben?
Gute Frage.
Meine Meinung hat sich in den letzten Jahren immer ziemlich geändert und mittlerweile denke ich einfach, dass es nicht das eine große Musical gibt, das jeder gesehen haben sollte - einfach weil Geschmäcker verschieden sind und es einfach kein Musical gibt, das jedem gefällt.
Wenn mit "jeder" "jeder auf der ganzen Welt" gemeint ist, dann finde ich auf die Frage keine Antwort. Les Misérables vielleicht oder Rent, aber das ist dann vielleicht auch wieder nur mein persönlicher Geschmack (und zudem muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich selbst beide Stücke noch nicht live gesehen habe).
Wenn sich die Frage nur auf Amerika bezieht (oder vielleicht auch auf andere englischsprachige Länder, aber vor allem auf Amerika), dann lautet meine Antwort Wicked. Einfach, weil in Amerika wirklich jeder die Geschichte des Zauberers von Oz kennt, entweder durch das Buch von Lyman Frank Baum oder durch den MGM-Film aus den 30ern (und mal ganz ehrlich, The Wizard of Oz ist für mich DER amerikanische Film) und in so vielen Filmen und Serien und Büchern und Liedern finden sich Anspielungen auf dieses Werk. Und Wicked ist einfach etwas Besonderes, weil es den Leuten eine völlig neue Sicht auf eine altbekannte Geschichte gibt. Wer hätte gedacht, dass die böse Hexe des Westens, der Alptraum eines jeden Kindes und für mich immer noch um einiges ernstzunehmend gruseliger als die meisten Horrorgestalten der letzten Jahre, zur großen Musicalheldin des 21. Jahrhunderts wird?
Zudem ist die Ausstattung ein Traum, die Musik ist schön und eingängig, die Texte sind genial (so viele Wortwitze und verschachtelte Verse) und das Drehbuch ist toll. Ich finde, zumindest jeder Amerikaner sollte Wicked auf jeden Fall gesehen haben.
Allerdings kann ich das nicht genauso auf Deutschland übertragen. Hier gehen die Leute in Wicked, ohne vorher den Zauberer von Oz zu kennen, und so begreifen sie auch nicht die volle Faszination, die von dieser Show ausgeht und sie zu so einem großen Erfolg gemacht hat, nämlich dass diese Kindergeschichte neu erzählt wird und die böse Hexe zur Sympathieträgerin macht.
Das habe ich auch selbst gemerkt. Meiner Mutter hat Wicked nicht so super gut gefallen und sie kann den ganzen Hype um das Stück nicht nachvollziehen, mein Vater hat es immerhin auch zweimal mit mir gesehen und fand es zwar gut, aber nicht vollkommen begeisternd ... Ich habe es auch meinem Patenonkel, der jedes Jahr als Betreuer bei Sprachferien in England dabei ist, als Musical für London empfohlen und er war total enttäuscht.
Ich schiebe das einfach alles darauf, dass Deutschland (so wie die meisten anderen Länder) nicht mit dem Zauberer von Oz aufgewachsen ist. Ich kenne ihn zwar, seit ich ein kleines Kind bin, habe den Film früher schon unendlich oft geguckt und habe das Buch mit acht Jahren gelesen, aber den meisten anderen Leuten geht es eben nicht so, und deshalb wird Wicked hier in Deutschland, auch wenn es erfolgreich lief, nie den Status erreichen, den es in Amerika hat, wo es wirklich innerhalb kurzer Zeit zu einem der GANZ großen Musicals geworden ist.
Ein Stück, dass in Deutschland wirklich jeder gesehen haben sollte, gibt es für mich nicht, aber ich sage mal Tanz der Vampire, weil es bei uns Kult ist und hier schon im elften Jahr ohne größere Pause zwischen den Spielorten läuft und es wirklich den meisten Zuschauern (unabhängig vom Alter) gefällt. Es ist für mich sicher nicht das eine große Musical, aber es kommt einem "Musical, das in Deutschland jeder gesehen haben sollte" am nächsten.
Meine Meinung hat sich in den letzten Jahren immer ziemlich geändert und mittlerweile denke ich einfach, dass es nicht das eine große Musical gibt, das jeder gesehen haben sollte - einfach weil Geschmäcker verschieden sind und es einfach kein Musical gibt, das jedem gefällt.
Wenn mit "jeder" "jeder auf der ganzen Welt" gemeint ist, dann finde ich auf die Frage keine Antwort. Les Misérables vielleicht oder Rent, aber das ist dann vielleicht auch wieder nur mein persönlicher Geschmack (und zudem muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich selbst beide Stücke noch nicht live gesehen habe).
Wenn sich die Frage nur auf Amerika bezieht (oder vielleicht auch auf andere englischsprachige Länder, aber vor allem auf Amerika), dann lautet meine Antwort Wicked. Einfach, weil in Amerika wirklich jeder die Geschichte des Zauberers von Oz kennt, entweder durch das Buch von Lyman Frank Baum oder durch den MGM-Film aus den 30ern (und mal ganz ehrlich, The Wizard of Oz ist für mich DER amerikanische Film) und in so vielen Filmen und Serien und Büchern und Liedern finden sich Anspielungen auf dieses Werk. Und Wicked ist einfach etwas Besonderes, weil es den Leuten eine völlig neue Sicht auf eine altbekannte Geschichte gibt. Wer hätte gedacht, dass die böse Hexe des Westens, der Alptraum eines jeden Kindes und für mich immer noch um einiges ernstzunehmend gruseliger als die meisten Horrorgestalten der letzten Jahre, zur großen Musicalheldin des 21. Jahrhunderts wird?
Zudem ist die Ausstattung ein Traum, die Musik ist schön und eingängig, die Texte sind genial (so viele Wortwitze und verschachtelte Verse) und das Drehbuch ist toll. Ich finde, zumindest jeder Amerikaner sollte Wicked auf jeden Fall gesehen haben.
Allerdings kann ich das nicht genauso auf Deutschland übertragen. Hier gehen die Leute in Wicked, ohne vorher den Zauberer von Oz zu kennen, und so begreifen sie auch nicht die volle Faszination, die von dieser Show ausgeht und sie zu so einem großen Erfolg gemacht hat, nämlich dass diese Kindergeschichte neu erzählt wird und die böse Hexe zur Sympathieträgerin macht.
Das habe ich auch selbst gemerkt. Meiner Mutter hat Wicked nicht so super gut gefallen und sie kann den ganzen Hype um das Stück nicht nachvollziehen, mein Vater hat es immerhin auch zweimal mit mir gesehen und fand es zwar gut, aber nicht vollkommen begeisternd ... Ich habe es auch meinem Patenonkel, der jedes Jahr als Betreuer bei Sprachferien in England dabei ist, als Musical für London empfohlen und er war total enttäuscht.
Ich schiebe das einfach alles darauf, dass Deutschland (so wie die meisten anderen Länder) nicht mit dem Zauberer von Oz aufgewachsen ist. Ich kenne ihn zwar, seit ich ein kleines Kind bin, habe den Film früher schon unendlich oft geguckt und habe das Buch mit acht Jahren gelesen, aber den meisten anderen Leuten geht es eben nicht so, und deshalb wird Wicked hier in Deutschland, auch wenn es erfolgreich lief, nie den Status erreichen, den es in Amerika hat, wo es wirklich innerhalb kurzer Zeit zu einem der GANZ großen Musicals geworden ist.
Ein Stück, dass in Deutschland wirklich jeder gesehen haben sollte, gibt es für mich nicht, aber ich sage mal Tanz der Vampire, weil es bei uns Kult ist und hier schon im elften Jahr ohne größere Pause zwischen den Spielorten läuft und es wirklich den meisten Zuschauern (unabhängig vom Alter) gefällt. Es ist für mich sicher nicht das eine große Musical, aber es kommt einem "Musical, das in Deutschland jeder gesehen haben sollte" am nächsten.
Sonntag, 16. Oktober 2011
Tag 5 – Welches Musical-Genre bevorzugst du?
Oh je, das ist echt nicht einfach! Schon als die Frage auf Leas Blog dran war, habe ich überlegt, was wohl meine Antwort wäre (und jetzt wartet sie auch schon den ganzen Tag ungeduldig auf meinen Blogeintrag! :D).
Um ehrlich zu sein, finde ich, dass man Musicals nicht so einfach in Genres einteilen kann wie Filme beispielsweise - Komödie, Krimi, Drama, Thriller ... Beim Musical kommt es aber darauf an, nach welchem Kriterium man überhaupt geht - Thema und Handlung, Musikrichtung, die "Größe" und der Aufwand der Produktion, vielleicht auch etwas ganz anderes ...
Ganz allgemein kann ich sagen, dass ich heitere Feel-Good-Shows ab und zu zwar mal ganz schön und unterhaltsam finden kann, insgesamt aber doch eher auf "Dramamusicals" stehe.
Oft finde ich auch historische Musicals interessant, vorausgesetzt sie halten sich auch möglichst nah an die wirklichen Tatsachen (was natürlich entsprechend mit den Mitteln des Musicals ausgeschmückt werden kann) und sind nicht einfach nur irgendwelche realitätsfernen Kitsch-Shows. Besonders gerne mag ich in dieser Kategorie Elisabeth und Marie Antoinette (und, falls man es dazu zählen kann, Titanic). Manchmal gefallen mir auch Stücke, die an sich zwar Fiktion sind, aber vor einem historischen Hintergrund spielen, zum Beispiel 3 Musketiere.
Allerdings muss ich sagen, dass es bei mir auch ganz davon abhängig ist, um welche historische Persönlichkeit oder welches Ereignis es in dem Musical geht.
Ich weiß noch, dass Lea bei dieser Frage auf ihrem Blog als "Beispiel" Wicked genommen hat (also nicht als Musicalgenre, sondern als Stück).
Wicked liebe ich auch, aber irgendwie ist es einzigartig in seiner Art und alleine in seinem Genre, weil mir keine Musicals einfallen, die ich mit Wicked zusammen in eine Kategorie packen kann. Es hat auch einfach eine traumhafte Ausstattung, aber ich muss sagen, dass ich insgesamt Musicals vorziehe, die eigentlich nur ein ganz schlichtes und minimalistisches Bühnenbild haben und bei denen die Darsteller komplett im Fokus stehen. Wicked hat zwar auch eine tolle Handlung und da ist es nicht so, dass die Ausstattung über ein schlechtes Drehbuch hinwegtäuscht oder so, aber trotzdem gehört sie dazu und wenn zum Beispiel "Defying Gravity" vollkommen ohne Effekte auf einer leeren Bühne gesungen werden würde, würde definitiv etwas verloren gehen.
Ich liebe also Stücke, die auch mit quasi nicht vorhandenem Bühnenbild und ganz einfachen Kostümen funktionieren, weil das Buch und die Musik alleine schon so aussagekräftig sind. Besonders mag ich diese Stücke mit moderner, frischer Rock-/Pop-Musik. Und auch, wenn sie eigentlich vom Stoff her alle grundverschieden sind und nicht unbedingt dem selben Genre angehören, werfe ich sie für die Beantwortung meiner Frage einfach mal alle in einen Topf: Rent, Spring Awakening und Next to Normal. Ich mag es, dass diese Musicals so direkt sind und kein Blatt vor den Mund nehmen. Dadurch steckt einfach ganz viel Ehrlichkeit darin - das Tolle ist aber, dass die Texte, auch wenn ab und zu mal ganz zensurfrei das F-Wort rausgehauen wird, trotzdem noch total lyrisch und tiefgängig sind. Handlungstechnisch werden Dinge behandelt, die sonst vielleicht als "Tabuthemen" gelten und gewöhnlich in Spaßmusicals keinen Platz haben: Drogen, Aids, Depressionen, Schwangerschaft und Selbstmord bei Jugendlichen, Verlust und Tod.
Ich weiß nicht, wie andere das empfinden, ich kann da jetzt nur für mich sprechen - aber auch wenn diese Musicals traurige Momente haben und durchaus zum Nachdenken anregen, fühle ich mich hinterher nicht schlecht oder aufgewühlt, sondern auf irgendeine Weise "erfüllt" und spüre im Unterbewusstsein, dass ich dabei irgendetwas Wichtiges für mein Leben gelernt habe.
Ich hoffe, dass das dann so als Antwort auf die Genre-Frage durchgeht. :D
Um ehrlich zu sein, finde ich, dass man Musicals nicht so einfach in Genres einteilen kann wie Filme beispielsweise - Komödie, Krimi, Drama, Thriller ... Beim Musical kommt es aber darauf an, nach welchem Kriterium man überhaupt geht - Thema und Handlung, Musikrichtung, die "Größe" und der Aufwand der Produktion, vielleicht auch etwas ganz anderes ...
Ganz allgemein kann ich sagen, dass ich heitere Feel-Good-Shows ab und zu zwar mal ganz schön und unterhaltsam finden kann, insgesamt aber doch eher auf "Dramamusicals" stehe.
Oft finde ich auch historische Musicals interessant, vorausgesetzt sie halten sich auch möglichst nah an die wirklichen Tatsachen (was natürlich entsprechend mit den Mitteln des Musicals ausgeschmückt werden kann) und sind nicht einfach nur irgendwelche realitätsfernen Kitsch-Shows. Besonders gerne mag ich in dieser Kategorie Elisabeth und Marie Antoinette (und, falls man es dazu zählen kann, Titanic). Manchmal gefallen mir auch Stücke, die an sich zwar Fiktion sind, aber vor einem historischen Hintergrund spielen, zum Beispiel 3 Musketiere.
Allerdings muss ich sagen, dass es bei mir auch ganz davon abhängig ist, um welche historische Persönlichkeit oder welches Ereignis es in dem Musical geht.
Ich weiß noch, dass Lea bei dieser Frage auf ihrem Blog als "Beispiel" Wicked genommen hat (also nicht als Musicalgenre, sondern als Stück).
Wicked liebe ich auch, aber irgendwie ist es einzigartig in seiner Art und alleine in seinem Genre, weil mir keine Musicals einfallen, die ich mit Wicked zusammen in eine Kategorie packen kann. Es hat auch einfach eine traumhafte Ausstattung, aber ich muss sagen, dass ich insgesamt Musicals vorziehe, die eigentlich nur ein ganz schlichtes und minimalistisches Bühnenbild haben und bei denen die Darsteller komplett im Fokus stehen. Wicked hat zwar auch eine tolle Handlung und da ist es nicht so, dass die Ausstattung über ein schlechtes Drehbuch hinwegtäuscht oder so, aber trotzdem gehört sie dazu und wenn zum Beispiel "Defying Gravity" vollkommen ohne Effekte auf einer leeren Bühne gesungen werden würde, würde definitiv etwas verloren gehen.
Ich liebe also Stücke, die auch mit quasi nicht vorhandenem Bühnenbild und ganz einfachen Kostümen funktionieren, weil das Buch und die Musik alleine schon so aussagekräftig sind. Besonders mag ich diese Stücke mit moderner, frischer Rock-/Pop-Musik. Und auch, wenn sie eigentlich vom Stoff her alle grundverschieden sind und nicht unbedingt dem selben Genre angehören, werfe ich sie für die Beantwortung meiner Frage einfach mal alle in einen Topf: Rent, Spring Awakening und Next to Normal. Ich mag es, dass diese Musicals so direkt sind und kein Blatt vor den Mund nehmen. Dadurch steckt einfach ganz viel Ehrlichkeit darin - das Tolle ist aber, dass die Texte, auch wenn ab und zu mal ganz zensurfrei das F-Wort rausgehauen wird, trotzdem noch total lyrisch und tiefgängig sind. Handlungstechnisch werden Dinge behandelt, die sonst vielleicht als "Tabuthemen" gelten und gewöhnlich in Spaßmusicals keinen Platz haben: Drogen, Aids, Depressionen, Schwangerschaft und Selbstmord bei Jugendlichen, Verlust und Tod.
Ich weiß nicht, wie andere das empfinden, ich kann da jetzt nur für mich sprechen - aber auch wenn diese Musicals traurige Momente haben und durchaus zum Nachdenken anregen, fühle ich mich hinterher nicht schlecht oder aufgewühlt, sondern auf irgendeine Weise "erfüllt" und spüre im Unterbewusstsein, dass ich dabei irgendetwas Wichtiges für mein Leben gelernt habe.
Ich hoffe, dass das dann so als Antwort auf die Genre-Frage durchgeht. :D
Samstag, 15. Oktober 2011
Tag 4 – Von welchem Musical wurdest zum ersten Mal so richtig gefesselt?
Das Musical, von dem ich zum ersten Mal so richtig gefesselt wurde, war definitiv Elisabeth. Mit diesem Stück hat alles angefangen und ohne es wäre ich heute vielleicht generell nicht so stark an Musicals interessiert wie ich es bin.
Es war gleichzeitig das erste Musical, das ich überhaupt live gesehen habe, und in den meisten Fällen ist man von seinem ersten Musicalbesuch gefesselt, und nicht nur wegen dem Stück selbst, sondern wegen dem Gesamterlebnis. Elisabeth habe ich damals 2006 in Stuttgart gesehen und ich weiß noch, wie beeindruckt ich von dem Drumherum war - das Gefühl, zum ersten Mal in so einem großen Theater zu sitzen, ist etwas ganz besonderes.
Allerdings hat es mir in dem Fall auch das Stück selbst angetan und hat auf mich auf lange Dauer Eindruck hinterlassen. Ich fand die Musik super (auch wenn ich viele Lieder mittlerweile einfach nicht mehr hören kann) und die Grundidee hat mich total fasziniert - dass Elisabeths Mörder als Erzähler durch das Stück führt und der Tod die Funktion ihres Liebhabers übernimmt, um ihre konstanten Todessehnsüchte zu verdeutlichen.
Elisabeth ist heute nicht mehr meine Nummer Eins, trotzdem mag ich es noch gerne und es wird immer einen Platz in meinem Herzen haben. :)
Es war gleichzeitig das erste Musical, das ich überhaupt live gesehen habe, und in den meisten Fällen ist man von seinem ersten Musicalbesuch gefesselt, und nicht nur wegen dem Stück selbst, sondern wegen dem Gesamterlebnis. Elisabeth habe ich damals 2006 in Stuttgart gesehen und ich weiß noch, wie beeindruckt ich von dem Drumherum war - das Gefühl, zum ersten Mal in so einem großen Theater zu sitzen, ist etwas ganz besonderes.
Allerdings hat es mir in dem Fall auch das Stück selbst angetan und hat auf mich auf lange Dauer Eindruck hinterlassen. Ich fand die Musik super (auch wenn ich viele Lieder mittlerweile einfach nicht mehr hören kann) und die Grundidee hat mich total fasziniert - dass Elisabeths Mörder als Erzähler durch das Stück führt und der Tod die Funktion ihres Liebhabers übernimmt, um ihre konstanten Todessehnsüchte zu verdeutlichen.
Elisabeth ist heute nicht mehr meine Nummer Eins, trotzdem mag ich es noch gerne und es wird immer einen Platz in meinem Herzen haben. :)
Freitag, 14. Oktober 2011
Tag 3 – Welches Musical hat dich zuletzt stark beeindruckt?
Ghost in London war das letzte Musical, das mich stark beeindruckt hat. Ich hatte das Glück, bei einer Preview der Show im Picadilly Theatre dabei gewesen zu sein (und habe hier auch ausführlich darüber berichtet).
Beeindruckend fand ich das Stück aus verschiedenen Gründen. Es bietet die perfekte Mischung aus Comedy und Drama, die Musik ist frisch, eingängig und abwechslungsreich, die Schauspieler gehen alle vollkommen in ihren Rollen auf und vor allem machen die phänomenalen Videoprojektionen und Licht- und Spezialeffekte von Hugh Vanstone, Jon Driscoll, Paul Kieve und Rob Howell auf der Bühne das Unmögliche möglich und schaffen die perfekten Illusionen.
Wer sich für einen Abend so richtig verzaubern lassen will, dem kann ich Ghost nach wie vor uneingeschränkt empfehlen. Leute, schaut es euch an!
Donnerstag, 13. Oktober 2011
Tag 2 – Welches Musical wirst/möchtest du als nächstes sehen?
Die Frage kann ich leicht beantworten.
Im Moment läuft im deutschsprachigen Raum kaum etwas, das mich wirklich interessiert, und das einzige Musical, zu dem es mich im Moment zieht, ist Rebecca, das im Dezember in Stuttgart Premiere haben wird.
Ich freue mich darauf, dass endlich wieder ein richtig tolles DramaMusical, das ich mag, "in meine Nähe" kommt, und die Besetzung klingt bisher höchst vielversprechend.
Leider sind die Tickets verdammt teuer und gerade in der Anfangszeit sind die Vorstellungen schon ziemlich ausgebucht, aber es dauert jetzt auch gar nicht mehr so lange, bis schon wieder Weihnachten ist, und ich weiß jetzt schon, was ich mir da wünsche. :)
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Tag 1 – Welches Musical hast du als letztes gesehen?
Jetzt am Anfang ist das alles noch so schön einfach, weil es immer nur eine eindeutige Antwort auf jede Frage gibt und ich nicht noch ewig überlegen muss.
Mein letzter Musicalbesuch war im August Jesus Christ Superstar in Tecklenburg. Und da ich dazu ausnahmsweise mal keinen Bericht geschrieben habe, kommen hier ein paar meiner Eindrücke:
Das Stück habe ich zum ersten Mal live gesehen, kannte die Musik aber zuvor schon. Tecklenburg ist immer eine Reise wert und auch dieses Jahr hatten wir wieder das perfekteste Freilichtbühnen-Wetter. Und auch wenn das jährlich wechselnde Bühnenbild so wie dieses Jahr eher einfach gehalten ist, sorgt die Burgruine im Hintergrunde jedes Mal für eine beeindruckende Kulisse. Ich finde, dass JCS ein Musical ist, das sich hervorragend für Freilichtspiele eignet, da sich die Handlung ohnehin die meiste Zeit über im Freien abspielt.
Trotzdem muss ich sagen, dass ich auch jetzt, zwei Monate später, noch unschlüssig bin, was ich von dem Stück halten soll. Viele Leute halten es für Webbers musikalisch stärkstes Werk und meiner Meinung nach sind auch ein paar verdammt gute Lieder dabei, aber ein Problem, das ich damit habe, ist einfach, dass viele Lieder aus einer oder zwei Textzeilen bestehen, die sich dann minutenlang wiederholen. Ich mag es lieber, wenn die Texte komplizierter gestrickt sind und ein bisschen tiefer gehen.
Im Vergleich zu vielen anderen Musicals, die ich bereits gesehen habe, lässt JCS mich leider emotional vergleichsweise kalt. Wenn Jesus am Kreuz hängt und sein Schauspieler in der Lage ist, sich auch ohne Worte oder Gesang auszudrücken, dann spüre ich schon sein Leid, aber trotzdem kommt es bei mir nur oberflächlich an. Es ist leider ein Musical, über das ich, egal wie gelungen die Inszenierung ist, niemals weinen könnte.
Nichtsdestotrotz hatte ich einen sehr schönen Abend. Besonders gefreut habe ich mich, einige meiner Lieblinge wie Femke Soetenga, Thomas Hohler, Marc Clear und Stefan Poslovski wieder auf der Bühne zu sehen, auch wenn ihre Rollen eher klein ausgefallen sind.
Wie am Anfang schon erwähnt, Tecklenburg ist immer eine Reise wert, und auch dieses Jahr hat Marc Clear als Regisseur wieder gute Arbeit geleistet, allerdings muss ich sagen, dass mich Aida und 3 Musketiere in den Jahren zuvor noch mehr gepackt haben.
Ich fand Jesus Christ Superstar anders, gut, aber keinesfalls spektakulär oder emotional überwältigend. Das macht es aber noch lange nicht zu einem Hassmusical von mir, und es bedeutet auch nicht, dass ich vollkommen abgeneigt bin, es mir irgendwann in ein paar Jahren erneut anzusehen - wenn die Besetzung stimmt. Ich würde es mir also nicht um des Stückes willen ein zweites Mal ansehen, sondern nur unter der Voraussetzung, dass jemand mitmacht, den ich toll finde, da das Stück zumindest den beiden Hauptdarstellern die Möglichkeit liefert, sich gesanglich zu beweisen. :)
31 Tage, 31 Musicals
In den letzten Monaten war ich furchtbar blogfaul, und das, obwohl ich viele tolle Filme gesehen, viele tolle Bücher gelesen und viele neue tolle Sachen entdeckt habe, die einen Eintrag wert gewesen wären.
Jedenfalls merke ich, dass ich im Moment eh nicht so regelmäßig endlos lang bloggen kann wie früher und dass ich einfach zu faul für ausführliche Rezensionen geworden bin. (Keine Angst, das ist nur so eine Phase.) Da ich aber trotzdem nicht möchte, dass mein Blog einstaubt, habe ich mich dafür entschieden, das Projekt 31 Tage, 31 Musicals zu starten, nachdem das in letzter Zeit ein paar meiner Freunde auf ihren Blogs gemacht hatten.
Das "verpflichtet" mich dann nämlich so ein bisschen dazu, wieder täglich zu bloggen, und da es reicht, immer nur ein paar Sätze zu schreiben, ziehe ich das vielleicht tatsächlich einen Monat lang durch.
Tag 1 – Welches Musical hast du als letztes gesehen?
Tag 2 – Welches Musical wirst/möchtest du als nächstes sehen?
Tag 3 – Welches Musical hat dich zuletzt stark beeindruckt?
Tag 4 – Von welchem Musical wurdest zum ersten Mal so richtig gefesselt?
Tag 5 – Welches Musical-Genre bevorzugst du?
Tag 6 – Welches Musical sollte deiner Meinung nach jeder gesehen haben?
Tag 7 – Dein Lieblingsmusical?
Tag 8 – Dein Hassmusical?
Tag 9 – Welches ist dein Lieblingszitat aus einem Musical?
Tag 10 – Welches ist der beste Schlussszene in einem Musical?
Tag 11 – Welches Musical könntest du dir immer und immer wieder ansehen?
Tag 12 – Ein Musical, das du nicht nochmal sehen musst?
Tag 13 – Was war die traurigste Szene, die du je gesehen hast? Und musstest vielleicht auch ein paar Tränchen verdrücken?
Tag 14 – Welches Musical auf deiner To-See-Liste steht auf Platz 1?
Tag 15 – Welches Musical sollte unbedingt noch verfilmt werden?
Tag 16 – Das erste Musical, das du gesehen hast?
Tag 17 – Ein Musical, das du empfohlen bekommen hast?
Tag 18 – Ein Musical, das dich zum Lachen gebracht hat?
Tag 19 – Welches Musical hat dich am meisten positiv überrascht?
Tag 20 – Ein Musical, das dich an etwas erinnert?
Tag 21 – Ein Musical von deinem Lieblingskomponist?
Tag 22 – Welches Musical fällt dir in diesem Moment als erstes ein?
Tag 23 – Ein Musical, das du unbedingt sehen willst/wolltest?
Tag 24 – Deine Lieblingsfigur aus einem Musical?
Tag 25 – Deine Hassfigur aus einem Musical?
Tag 26 – In welchem Musical würdest du selbst gerne mitspielen?
Tag 27 – Welche Rolle aus einem Musical würdest du gerne spielen?
Tag 28 – Ein Musical-Zitat, das dein Lebensmotto sein könnte?
Tag 29 – Welches Musical hast du am häufigsten gesehen?
Tag 30 – Ein Musical, das auf keinen Fall verfilmt werden sollte?
Tag 31 – Welche Vorlage (Buch/Film/historische Figur) sollte unbedingt zu einem Musical verarbeitet werden?
Jedenfalls merke ich, dass ich im Moment eh nicht so regelmäßig endlos lang bloggen kann wie früher und dass ich einfach zu faul für ausführliche Rezensionen geworden bin. (Keine Angst, das ist nur so eine Phase.) Da ich aber trotzdem nicht möchte, dass mein Blog einstaubt, habe ich mich dafür entschieden, das Projekt 31 Tage, 31 Musicals zu starten, nachdem das in letzter Zeit ein paar meiner Freunde auf ihren Blogs gemacht hatten.
Das "verpflichtet" mich dann nämlich so ein bisschen dazu, wieder täglich zu bloggen, und da es reicht, immer nur ein paar Sätze zu schreiben, ziehe ich das vielleicht tatsächlich einen Monat lang durch.
Tag 1 – Welches Musical hast du als letztes gesehen?
Tag 2 – Welches Musical wirst/möchtest du als nächstes sehen?
Tag 3 – Welches Musical hat dich zuletzt stark beeindruckt?
Tag 4 – Von welchem Musical wurdest zum ersten Mal so richtig gefesselt?
Tag 5 – Welches Musical-Genre bevorzugst du?
Tag 6 – Welches Musical sollte deiner Meinung nach jeder gesehen haben?
Tag 7 – Dein Lieblingsmusical?
Tag 8 – Dein Hassmusical?
Tag 9 – Welches ist dein Lieblingszitat aus einem Musical?
Tag 10 – Welches ist der beste Schlussszene in einem Musical?
Tag 11 – Welches Musical könntest du dir immer und immer wieder ansehen?
Tag 12 – Ein Musical, das du nicht nochmal sehen musst?
Tag 13 – Was war die traurigste Szene, die du je gesehen hast? Und musstest vielleicht auch ein paar Tränchen verdrücken?
Tag 14 – Welches Musical auf deiner To-See-Liste steht auf Platz 1?
Tag 15 – Welches Musical sollte unbedingt noch verfilmt werden?
Tag 16 – Das erste Musical, das du gesehen hast?
Tag 17 – Ein Musical, das du empfohlen bekommen hast?
Tag 18 – Ein Musical, das dich zum Lachen gebracht hat?
Tag 19 – Welches Musical hat dich am meisten positiv überrascht?
Tag 20 – Ein Musical, das dich an etwas erinnert?
Tag 22 – Welches Musical fällt dir in diesem Moment als erstes ein?
Tag 23 – Ein Musical, das du unbedingt sehen willst/wolltest?
Tag 24 – Deine Lieblingsfigur aus einem Musical?
Tag 25 – Deine Hassfigur aus einem Musical?
Tag 26 – In welchem Musical würdest du selbst gerne mitspielen?
Tag 27 – Welche Rolle aus einem Musical würdest du gerne spielen?
Tag 28 – Ein Musical-Zitat, das dein Lebensmotto sein könnte?
Tag 29 – Welches Musical hast du am häufigsten gesehen?
Tag 30 – Ein Musical, das auf keinen Fall verfilmt werden sollte?
Tag 31 – Welche Vorlage (Buch/Film/historische Figur) sollte unbedingt zu einem Musical verarbeitet werden?
Montag, 8. August 2011
"Bitte spart euch das Geld. Das Ding ist scheiße!"
Eigentlich müsste ich ja zuerst noch einen Showbericht zu Tecklenburg schreiben, aber ich bin im Moment gerade so wütend, dass ich erstmal über was anderes bloggen muss!
Kennt ihr das, wenn die Outtakes eines amerikanischen Filmes auf Deutsch synchronisiert werden und sich dann im Abspann oder bei den DVD-Extras finden? Genau. Das klingt einfach nur dämlich und aufgestzt und unnatürlich und ist so überflüssig wie ein Sandkasten in der Wüste. Sowas in der Art passiert gerade, allerdings geht es dabei nicht um drei Minuten Lacher und Versprecher, sondern um einen ganzen Film. Shit happens.
Eigentlich habe ich mich vor ein paar Wochen noch richtig auf Glee - The 3D Concert Movie gefreut. Ich habe das Konzert im Juni live in London gesehen und dachte, es wird sicher interessant, das dann in 3D im Kino zu sehen. In den letzten Tagen gab es im Internet aber immer mehr Sachen zu lesen, die meine Vorfreude ein bisschen getrübt haben. Neben dem Streichen einiger toller Songs und der Tatsache, dass das Alltagsleben irgendwelcher peinlichen Fans streckenweise im Vordergrund steht, regt es mich auf, dass die Darsteller im Film in character sein müssen. Ich hab mich schon ein bisschen gefragt, was das soll, als Lea und Dianna am Tag der Aufzeichnung während "Somebody To Love" keine Händchen halten durften, aber mit sowas kann ich noch leben. Aber ich verstehe nicht, warum sie vor der Kamera nicht einfach sie selbst sein dürfen. Ganz ehrlich? Die Schauspieler haben die TV-Serie, um in character zu sein. Wenn es Interviews mit den Casties gibt, dann möchte ich da doch auch gern ein Interview mit Lea Michele sehen und nicht mit Rachel Berry, thank you very much. So kommt das wirklich so rüber, als würde der Film sich an die ganzen kleinen Kinder richten, die anscheinend nicht damit klarkommen, dass ihre Lieblingsfiguren aus der Serie im richtigen Leben andere Menschen mit eigener Persönlichkeit sind. Aber darum soll es in diesem Wut-Ablass-Eintrag eigentlich gar nicht gehen.
Der Glee-Film startet am 22. September (über einen Monat nach dem US-Kinostart) in den deutschen Kinos. Heute wurde auf Facebook der "deutsche Trailer" veröffentlicht und meine schlimmsten Befürchtungen sind wahrgeworden: Der Film wurde tatsächlich allen Ernstes synchronisiert!
Im ersten Moment wusste ich echt nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. WHAT THE FUCKITY FUCK FUCK?! Ich habe mich echt fremdgeschämt. Echt mal, wer kam auf diese dumme Idee? Das sind nicht nur die Stimmen, die einfach total daneben klingen, auch die Übersetzung ist so selten dumm, dass ich keine Worte dafür finden kann.
Um das klarzustellen: Ich bin nicht grundsätzlich gegen Synchronisationen. Momentan schaue ich zwar, wenn ich die Gelegenheit habe, Filme und Serien nur noch im Original, aber als Kind fand ich es natürlich sehr hilfreich, dass die Filme, die ich geguckt habe, synchronisiert waren.
In vielen Ländern Europas, zum Beispiel in Holland/Belgien und den skandinavischen Ländern, werden Filme grundsätzlich nicht synchronisiert und im Kino und TV laufen Filme und Serien dort nur im Original mit Untertitel. In Deutschland wäre das undenkbar, rein aus Bequemlichkeit. Viele Deutsche haben dafür zu schlechte Englischkenntnisse oder sind einfach zu faul, Untertitel mitzulesen, "weil man dabei ja nicht entspannen und den Film genießen kann". Damit kann ich leben, solange ich mir ja die Originalversion auf DVD, (im Falle von Serien) im Internet oder sogar in einem OV-Kino in Deutschland ansehen kann.
Synchronisation kann nie so gut wie der Originalton sein - es geht immer etwas an Intensität und Emotionen verloren.
Dennoch würde ich die deutsche Synchronisation vieler deutscher Filme als gelungen bezeichnen. So habe ich den letzten Harry Potter-Film zum Beispiel auf Deutsch gesehen, und auch wenn das kein Vergleich zum Original war (das ich übrigens eine Woche zuvor gesehen hatte), konnte man den Film und die Charaktere immer noch ernst nehmen und die Grundatmosphäre des Films blieb erhalten.
Glee - The 3D Concert Movie ist aber etwas anderes. Das ist nämlich kein Spielfilm mit Dialogen nach Drehbuch. Viel mehr ist das ein Dokumentarfilm. Die Darsteller werden Backstage gefilmt, wo sie miteinander reden, Witze machen, lachen. Sie geben Interviews, und das ist alles spontan und nicht nach Drehbuch - und in einem Interview kann es auch schonmal vorkommen, dass man irgendwie stottert oder sich verspricht oder so. Das und die Sachen, die die Leute auf der Bühne nach ihren Liedern sagen oder vielleicht auch ins Publikum rufen, werden synchronisiert. Auf das echte, natürliche, ungezwungene Lachen der Schauspieler klatscht man ein synchronisiertes, aufgesetztes und total lächerlich wirkendes Lachen der deutschen Sprecher. WARUM?
Kämen Filme nur noch auf Englisch in Deutschland, würden sicher nicht mehr so viele Leute ins Kino gehen, was geringere Einspielkosten zur Folge hätte. In diesem speziellen Fall scheint es mir witzigerweise aber genau umgekehrt zu sein.
Ich glaube, der Glee-Film wäre in den deutschen Kinos ohnehin nicht der Riesenhit geworden. Das liegt daran, dass die Serie hier bei uns einfach scheiße vermarktet wurde und wird (ich meine, die bringen Glee in Deutschland auf einem Kindersender), weshalb es eh nur die wenigsten kennen. Dadurch, dass der Film jetzt synchronisiert in Deutschland läuft, gehen aber sogar die größten Fans nicht ins Kino, und die hätten auch den großen Teil der potenziellen Zuschauer ausgemacht.
Jetzt sind alle total entsetzt, schockiert, abgeschreckt. 97% der Rückmeldungen zum deutschen Trailer sind negativ, die Kommentare auf Facebook sprechen für sich, ich habe jetzt insgesamt ungelogen von bestimmt 100 deutschen Gleeks gelesen, dass sie definitiv nicht ins Kino gehen, obwohl sie das eigentlich vorhatten.
Ich denke, die Leute, die Glee auf Deutsch schauen, wären trotzdem ins Kino gegangen, wenn der Film dort nur mit Untertiteln gezeigt werden würde. Denen geht es dann ja vor allem um die Musik. Umgekehrt sieht es aber anders aus. Die Leute, die Glee im Original kennen, schauen und lieben, würden sich den Film noch nicht mal auf Deutsch anschauen, wenn sie Geld dafür bekämen.
A propos Geld: Ich hab zwar wahrscheinlich wieder mal keine Ahnung von dem, über was ich mich hier auslasse, aber insgesamt finde ich es also strategisch eher unklug, den Film synchronisiert zu zeigen, weil das einer der ganz wenigen Fälle in Deutschland ist, in denen eine Ausstrahlung im O-Ton mit Untertiteln mehr Geld einspielen würde als eine deutsche Synchronfassung.
Dabei hatte ich wirklich bis heute Mittag noch Hoffnung, dass man nicht so dumm sein würde, den Film zu synchronisieren. Vorher hat man im Internet keinerlei Hinweise auf eine deutsche Synchronisation gefunden. Außerdem läuft Glee in Spanien im TV auch synchronisiert, der Film wird aber im Original mit Untertiteln in die spanischen Kinos kommen.
DAS IST SO UNFAIR! Sogar dieser dumme Justin Bieber 3D-Film hat in der deutschen Kinofassung nur ein Voice-Over bekommen! (Weiß ich aus dem Internet, ich würde mir sowas nie freiwillig ansehen.) Das wäre im Fall von Glee zwar auch nicht optimal gewesen, aber wenigstens hätte man die Originalstimmen dann noch leise im Hintergrund gehört.
Wenn ihr euch jetzt mal für eineinhalb Minuten fremdschämen wollt, schaut euch den Trailer hier auf Facebook an (und lasst euch auch ruhig von den aufgebrachten Kommentaren der zurecht wütenden Fans unterhalten). (Der selbe Trailer auf Youtube, nur hat er eben noch nicht so viele Views.) Zum Vergleich gibt es hier auch den Originaltrailer - wobei "Vergleich" wohl das falsche Wort ist, weil der deutsche Trailer überhaupt nicht im Vergleich zum Originaltrailer stehen kann.
Sue Sylvester sagt am Ende des deutschen Trailer mit ihrer viel zu hohen deutschen Stimme: "Bitte spart euch das Geld! Das Ding ist scheiße!" Und ich sitze hier und denke mir: "Allerdings, bei der Synchronisation!"
Der deutsche Trailer war auf Youtube schon für Freitag angekündigt, wurde dann aber verschoben. Heute kam das Video dann mit der Beschreibung: " Es ist soweit! Auf gute Dinge lohnt es sich eben zu warten!!!!" Ja, auf gute Dinge. Das ist nicht gut. Das ist eine Beleidigung für alle Gleeks!
Im deutschen Trailer kann man nun auch erstmals Blaines deutsche Stimme hören, und die hat mich jetzt endgültig davon überzeugt, dass Staffel 2 auf Deutsch eine Katastrophe wird. Gerade Kurt, Blaine, Brittany und Santana sind im Deutschen mit so unfassbar schlechten Stimmen gestraft, dabei waren die vier im internationalen Fandom die beliebtesten Charaktere der zweiten Staffel. Klaine und Brittana sind wahrscheinlich, so kommt es mir vor, die beiden Glee-Pairings mit den meisten Fans und Shippern, und in den letzten zwölf Monaten waren Kurt, Blaine, Brittany und Santana auch die großen Helden in der LGBT-Szene. Wenn die Serie schon synchronisiert werden muss, kann man sich dann nicht wenigstens bemühen, passende Sprecher auszuwählen?
Was bleibt mir zum Abschluss zu sagen? WARUM? Womit haben wir deutschen Gleeks es verdient, so bestraft zu werden? Deutschland ist echt das einzige Land, das den Film synchronisiert zeigt, überall sonst auf der Welt läuft er in der Originalversion. Dann muss ich wohl leider warten, bis die Blu-ray in England erscheint und ich sie mir importieren kann. Schade, ich hatte mich nämlich echt auf den 3D-Film gefreut. Aber unter diesen Bedingungen werde ich ihn mir definitiv nicht anschauen, und wenn ich mich so durchs Internet lese, bin ich auch bei weitem nicht der einzige, dem es so geht.
Kennt ihr das, wenn die Outtakes eines amerikanischen Filmes auf Deutsch synchronisiert werden und sich dann im Abspann oder bei den DVD-Extras finden? Genau. Das klingt einfach nur dämlich und aufgestzt und unnatürlich und ist so überflüssig wie ein Sandkasten in der Wüste. Sowas in der Art passiert gerade, allerdings geht es dabei nicht um drei Minuten Lacher und Versprecher, sondern um einen ganzen Film. Shit happens.
Eigentlich habe ich mich vor ein paar Wochen noch richtig auf Glee - The 3D Concert Movie gefreut. Ich habe das Konzert im Juni live in London gesehen und dachte, es wird sicher interessant, das dann in 3D im Kino zu sehen. In den letzten Tagen gab es im Internet aber immer mehr Sachen zu lesen, die meine Vorfreude ein bisschen getrübt haben. Neben dem Streichen einiger toller Songs und der Tatsache, dass das Alltagsleben irgendwelcher peinlichen Fans streckenweise im Vordergrund steht, regt es mich auf, dass die Darsteller im Film in character sein müssen. Ich hab mich schon ein bisschen gefragt, was das soll, als Lea und Dianna am Tag der Aufzeichnung während "Somebody To Love" keine Händchen halten durften, aber mit sowas kann ich noch leben. Aber ich verstehe nicht, warum sie vor der Kamera nicht einfach sie selbst sein dürfen. Ganz ehrlich? Die Schauspieler haben die TV-Serie, um in character zu sein. Wenn es Interviews mit den Casties gibt, dann möchte ich da doch auch gern ein Interview mit Lea Michele sehen und nicht mit Rachel Berry, thank you very much. So kommt das wirklich so rüber, als würde der Film sich an die ganzen kleinen Kinder richten, die anscheinend nicht damit klarkommen, dass ihre Lieblingsfiguren aus der Serie im richtigen Leben andere Menschen mit eigener Persönlichkeit sind. Aber darum soll es in diesem Wut-Ablass-Eintrag eigentlich gar nicht gehen.
Der Glee-Film startet am 22. September (über einen Monat nach dem US-Kinostart) in den deutschen Kinos. Heute wurde auf Facebook der "deutsche Trailer" veröffentlicht und meine schlimmsten Befürchtungen sind wahrgeworden: Der Film wurde tatsächlich allen Ernstes synchronisiert!
Im ersten Moment wusste ich echt nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. WHAT THE FUCKITY FUCK FUCK?! Ich habe mich echt fremdgeschämt. Echt mal, wer kam auf diese dumme Idee? Das sind nicht nur die Stimmen, die einfach total daneben klingen, auch die Übersetzung ist so selten dumm, dass ich keine Worte dafür finden kann.
Um das klarzustellen: Ich bin nicht grundsätzlich gegen Synchronisationen. Momentan schaue ich zwar, wenn ich die Gelegenheit habe, Filme und Serien nur noch im Original, aber als Kind fand ich es natürlich sehr hilfreich, dass die Filme, die ich geguckt habe, synchronisiert waren.
In vielen Ländern Europas, zum Beispiel in Holland/Belgien und den skandinavischen Ländern, werden Filme grundsätzlich nicht synchronisiert und im Kino und TV laufen Filme und Serien dort nur im Original mit Untertitel. In Deutschland wäre das undenkbar, rein aus Bequemlichkeit. Viele Deutsche haben dafür zu schlechte Englischkenntnisse oder sind einfach zu faul, Untertitel mitzulesen, "weil man dabei ja nicht entspannen und den Film genießen kann". Damit kann ich leben, solange ich mir ja die Originalversion auf DVD, (im Falle von Serien) im Internet oder sogar in einem OV-Kino in Deutschland ansehen kann.
Synchronisation kann nie so gut wie der Originalton sein - es geht immer etwas an Intensität und Emotionen verloren.
Dennoch würde ich die deutsche Synchronisation vieler deutscher Filme als gelungen bezeichnen. So habe ich den letzten Harry Potter-Film zum Beispiel auf Deutsch gesehen, und auch wenn das kein Vergleich zum Original war (das ich übrigens eine Woche zuvor gesehen hatte), konnte man den Film und die Charaktere immer noch ernst nehmen und die Grundatmosphäre des Films blieb erhalten.
Glee - The 3D Concert Movie ist aber etwas anderes. Das ist nämlich kein Spielfilm mit Dialogen nach Drehbuch. Viel mehr ist das ein Dokumentarfilm. Die Darsteller werden Backstage gefilmt, wo sie miteinander reden, Witze machen, lachen. Sie geben Interviews, und das ist alles spontan und nicht nach Drehbuch - und in einem Interview kann es auch schonmal vorkommen, dass man irgendwie stottert oder sich verspricht oder so. Das und die Sachen, die die Leute auf der Bühne nach ihren Liedern sagen oder vielleicht auch ins Publikum rufen, werden synchronisiert. Auf das echte, natürliche, ungezwungene Lachen der Schauspieler klatscht man ein synchronisiertes, aufgesetztes und total lächerlich wirkendes Lachen der deutschen Sprecher. WARUM?
Kämen Filme nur noch auf Englisch in Deutschland, würden sicher nicht mehr so viele Leute ins Kino gehen, was geringere Einspielkosten zur Folge hätte. In diesem speziellen Fall scheint es mir witzigerweise aber genau umgekehrt zu sein.
Ich glaube, der Glee-Film wäre in den deutschen Kinos ohnehin nicht der Riesenhit geworden. Das liegt daran, dass die Serie hier bei uns einfach scheiße vermarktet wurde und wird (ich meine, die bringen Glee in Deutschland auf einem Kindersender), weshalb es eh nur die wenigsten kennen. Dadurch, dass der Film jetzt synchronisiert in Deutschland läuft, gehen aber sogar die größten Fans nicht ins Kino, und die hätten auch den großen Teil der potenziellen Zuschauer ausgemacht.
Jetzt sind alle total entsetzt, schockiert, abgeschreckt. 97% der Rückmeldungen zum deutschen Trailer sind negativ, die Kommentare auf Facebook sprechen für sich, ich habe jetzt insgesamt ungelogen von bestimmt 100 deutschen Gleeks gelesen, dass sie definitiv nicht ins Kino gehen, obwohl sie das eigentlich vorhatten.
Ich denke, die Leute, die Glee auf Deutsch schauen, wären trotzdem ins Kino gegangen, wenn der Film dort nur mit Untertiteln gezeigt werden würde. Denen geht es dann ja vor allem um die Musik. Umgekehrt sieht es aber anders aus. Die Leute, die Glee im Original kennen, schauen und lieben, würden sich den Film noch nicht mal auf Deutsch anschauen, wenn sie Geld dafür bekämen.
A propos Geld: Ich hab zwar wahrscheinlich wieder mal keine Ahnung von dem, über was ich mich hier auslasse, aber insgesamt finde ich es also strategisch eher unklug, den Film synchronisiert zu zeigen, weil das einer der ganz wenigen Fälle in Deutschland ist, in denen eine Ausstrahlung im O-Ton mit Untertiteln mehr Geld einspielen würde als eine deutsche Synchronfassung.
Dabei hatte ich wirklich bis heute Mittag noch Hoffnung, dass man nicht so dumm sein würde, den Film zu synchronisieren. Vorher hat man im Internet keinerlei Hinweise auf eine deutsche Synchronisation gefunden. Außerdem läuft Glee in Spanien im TV auch synchronisiert, der Film wird aber im Original mit Untertiteln in die spanischen Kinos kommen.
DAS IST SO UNFAIR! Sogar dieser dumme Justin Bieber 3D-Film hat in der deutschen Kinofassung nur ein Voice-Over bekommen! (Weiß ich aus dem Internet, ich würde mir sowas nie freiwillig ansehen.) Das wäre im Fall von Glee zwar auch nicht optimal gewesen, aber wenigstens hätte man die Originalstimmen dann noch leise im Hintergrund gehört.
Sue Sylvester sagt am Ende des deutschen Trailer mit ihrer viel zu hohen deutschen Stimme: "Bitte spart euch das Geld! Das Ding ist scheiße!" Und ich sitze hier und denke mir: "Allerdings, bei der Synchronisation!"
Der deutsche Trailer war auf Youtube schon für Freitag angekündigt, wurde dann aber verschoben. Heute kam das Video dann mit der Beschreibung: " Es ist soweit! Auf gute Dinge lohnt es sich eben zu warten!!!!" Ja, auf gute Dinge. Das ist nicht gut. Das ist eine Beleidigung für alle Gleeks!
Im deutschen Trailer kann man nun auch erstmals Blaines deutsche Stimme hören, und die hat mich jetzt endgültig davon überzeugt, dass Staffel 2 auf Deutsch eine Katastrophe wird. Gerade Kurt, Blaine, Brittany und Santana sind im Deutschen mit so unfassbar schlechten Stimmen gestraft, dabei waren die vier im internationalen Fandom die beliebtesten Charaktere der zweiten Staffel. Klaine und Brittana sind wahrscheinlich, so kommt es mir vor, die beiden Glee-Pairings mit den meisten Fans und Shippern, und in den letzten zwölf Monaten waren Kurt, Blaine, Brittany und Santana auch die großen Helden in der LGBT-Szene. Wenn die Serie schon synchronisiert werden muss, kann man sich dann nicht wenigstens bemühen, passende Sprecher auszuwählen?
Was bleibt mir zum Abschluss zu sagen? WARUM? Womit haben wir deutschen Gleeks es verdient, so bestraft zu werden? Deutschland ist echt das einzige Land, das den Film synchronisiert zeigt, überall sonst auf der Welt läuft er in der Originalversion. Dann muss ich wohl leider warten, bis die Blu-ray in England erscheint und ich sie mir importieren kann. Schade, ich hatte mich nämlich echt auf den 3D-Film gefreut. Aber unter diesen Bedingungen werde ich ihn mir definitiv nicht anschauen, und wenn ich mich so durchs Internet lese, bin ich auch bei weitem nicht der einzige, dem es so geht.
Montag, 25. Juli 2011
[Filmrezension] "Harry Potter and the Deathly Hallows - Part 2" (GB, USA 2011)

Mittlerweile habe ich Harry Potter and the Deathly Hallows - Part 2 zweimal gesehen und kann sagen, dass er meinen hohen Erwartungen gerecht geworden ist und es David Yates gelungen ist, einen würdigen Abschluss für die letzten zehn Jahre zu schaffen.
Während des Kinostarts war ich auf Mallorca und habe den Film in einem Kino in Palma in der englischen Originalversion in 2D (und mit spanischen Untertiteln, ohne die ich ja absolut gar nichts verstanden hätte - Ironie) gesehen. Gestern war ich dann nochmal mit meiner Familie hier in Deutschland im Kino, diesmal auf Deutsch und in 3D.
Im Voraus wurde im Internet schon so viel Videomaterial veröffentlicht. Die ersten Ausschnitte habe ich mir immer direkt angesehen, später fand ich es aber ein bisschen übertrieben, wie viel Warner vor dem Filmstart schon freigibt. Da ich mich auch noch ein bisschen überraschen lassen wollte, habe ich mir die letzten Spoiler-Clips gar nicht mehr angesehen.
Ich schreibe jetzt meine Eindrücke einfach mal ohne Konzept wild drauf los, das kann ich schließlich am besten. Wer den Film noch nicht gesehen hat und Spoiler vermeiden will, sollte besser nicht weiterlesen.
Wie schon in meiner Rezension zu Part 1 gesagt, finde ich es gut, dass sie Part 1 mit der Ankunkft in Shell Cottage haben enden lassen, da man so am Anfang des neuen Filmes wenigstens ein bisschen "Ruhe" hat. Meiner Meinung nach genau die richtige Entscheidung - hätte der vorletzte Film mit einer Verfolgungsjagd im Wald aufgehört, wäre das nicht so gut gelöst gewesen.
Dadurch, dass das Buch in zwei Filme aufgeteilt wurde, hat Harry Potter für mich endlich wieder die Länge, die er braucht. Natürlich mussten nach wie vor viele Dinge kürzer gefasst oder gestrichen werden - das lässt sich nicht vermeiden und wenn man den Film geschickt kürzt, habe ich kein Problem damit.
Ich fand es ein bisschen schade, dass Lupins Besuch in Shell Cottage am Anfang des Filmes nicht enthalten war, da man schon seinen Besuch im Grimmauldplatz in Part 1 gestrichen hat. Er ist vielleicht nicht wichtig für den Verlauf der zentralen Handlung, hätte diesem vermutlich sogar im Weg gestanden und das Planen des Gringotts-Einbruchs nur aufgehalten, aber ich finde es einfach schade. Lupin und Tonks wurden in den Filmen leider stark vernachlässigt und da Lupin noch nicht mal in Shell Cottage für ein kurzes Gespräch auftaucht, sterben 90 Minuten später in der Schlacht zwei Charaktere, die der Nicht-Buchleser so gut wie gar nicht kennt.
Den Einbruch in Gringotts fand ich großartig umgesetzt. Helena Bonham Carter hat wahrscheinlich Emma Watsons Körperhaltung und ihre Gesichtsausdrücke vorher so gründlich studiert, dass man meinen könnte, es wäre wirklich Hermine, die sich mittels Vielsafttrank in Bellatrix verwandelt hat. Die unterirdische Fahrt mit dem Karren war hervorragend animiert und eigentlich die einzige Szene, in der der 3D-Effekt richtig beeindruckend gewirkt hat. Die Flucht auf dem Drachen hat mir auch ausgezeichnet gefallen.
Das Gespräch mit Aberforth im Eberkopf hat man auch stark gekürzt. Als ich vor ein paar Monaten gelesen habe, dass Dumbledores Vergangenheitsgeschichte im Film nicht vorkommt (bzw. nur mit der Erwähnung Arianas als eines der Opfer, die Albus auf seinem Weg zum Ruhm gebracht hat, in zwei Sätzen abgehandelt wird), fand ich das nicht schlimm, weil ich es mir so erklärte, dass man in den Filmen wahrscheinlich das Bild von Dumbledore als guten Helden wahren wollte. Das ziehen die Macher allerdings nicht konsequent durch, da man später in Snapes Erinnerungen erfährt, dass es Dumbledores Absicht ist, dass Harry sich töten lässt. Im Buch wird am Ende aufgeklärt, dass Dumbledore die ganze Zeit über wusste, dass Harry trotz Voldemorts Todesfluch nochmal "umkehren" und weiterleben kann, aber da man das im Film komplett weglässt, ist Dumbledore am Ende für die Zuschauer trotzdem nicht mehr der Held.
Viele Leute, die das Buch nicht gelesen haben, dürften sich auch gefragt haben, warum der Film denn überhaupt Die Heiligtümer des Todes heißt. Diese haben im Buch nämlich eine größere Rolle gespielt. Die Sache mit den Peverell-Brüdern hat man weggelassen, man hat nicht erfahren, dass Harrys Tarnumhang DER Tarnumhang ist. Außerdem hätte erklärt werden können, warum Dumbledore damals überhaupt den Ring angezogen hat, wo er doch wusste, dass er ein schwarzmagisches Artefakt war. Der Elderstab wurde im Film zwar ausführlicher behandelt als die anderen Heiligtümer, aber so mancher wird sich auch gefragt haben, warum Harry am Ende einfach den stärksten Zauberstab der Welt zerbricht. Da ziehe ich das Buchende (Harry repariert mit dem Elderstab seinen alten, kaputten Zauberstab und legt den Elderstab zurück zu Dumbledore ins Grab) vor.
Die Szenen vor der Schlacht fand ich sehr gelungen, zum Beispiel McGonagalls Duell mit Snape und die Schlachtvorbereitungen ... Mein persönlicher Höhepunkt war McGonagalls Erwecken der Statuen und das Heraufbeschwören des Schutzzaubers. Das war visuell beeindruckend, die Musik gewaltig, und zu der schauspielerischen Leistung werde ich später noch etwas schreiben.
Die Graue Dame hat mir auch gefallen. Ich persönlich hätte es schön gefunden, wenn man die Geschichte des Diadems erfahren hätte - dass Helena es von ihrer Mutter gestohlen hat und in Albanien versteckt hat, bevor der Blutige Baron zuerst sie und dann sich selbst umgebracht hat - weil ich es schon im Buch toll fand, dass man die Hintergrundgeschichte der Hogwarts-Geister erfährt und diese Verbindung besteht, und wie Tom Riddle das Diadem überhaupt fand. Aber ich kann schon verstehen, warum man das Gespräch gekürzt hat, und ich kann auch gut damit leben.
Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass man gesehen hat, wie Ron und Hermine in die Kammer des Schreckens gehen und der Horkrux zerstört wird. Der Kuss wurde leider von einigen Fans ziemlich kritisiert - er würde an dieser Stelle lächerlich wirken und man hätte ihn besser, wie im Buch, im Raum der Wünsche stattfinden lassen sollen; der Kuss wäre zu unspektakulär, man hat ja gar nicht gesehen, wie ihre Lippen sich berühren ... Ich fand den Kuss super. Mir geht es da vor allem um die Geste, einfach dass die beiden sich küssen, da muss ich keine 40 Sekunden Zungenakrobatik in Nahaufnahme sehen. Und das Lachen der beiden nach dem Kuss - so unschuldig und einfach erleichtert, dass es nach sieben Jahren endlich passiert ist - war einfach zu süß!
Toll fand ich es auch, dass man in der Szene im Raum der Wünsche einige Gegenstände aus alten Filmen gesehen hat, zum Beispiel den Spiegel Nerhegeb und die blauen Wichtel. Im Internet habe ich gelesen, dass man wohl auch einige der großen Schachfiguren aus dem ersten Teil sieht, die sind mir auch beim zweiten Mal schauen nicht aufgefallen.
Ein weiteres Highlight (nicht nur dieses Films, sondern der kompletten Reihe) war für mich "The Prince's Tale", Snapes Geschichte. Dieses Kapitel hat man wunderbar umgesetzt. Ich fand es toll, dass Ausschnitte aus alten Filmen (zum Beispiel von dem Willkommensfest in der Großen Halle im ersten Teil) verwendet wurden, in denen man nochmal Klein-Harry, -Ron und -Hermine gesehen hat. Zu dieser Szene muss ich noch was sagen: Ich war anscheinend der einzige, der Snape nach dem Lesen des letzten Buches nicht angebetet hat. Ich finde das Kapitel zwar super und Snapes Geschichte ist auch sehr schlüssig und macht Sinn. Für mich war es sogar die größte Überraschung der kompletten Buchreihe und ich finde, das war eine großartige Idee von J. K. Rowling (die das ja glaube ich von Anfang an so vorhatte), aber trotzdem hat das Snape für mich nicht zum Helden, erst recht nicht zu meiner Lieblingsfigur, gemacht. Aber ich seh da eh einige Sachen anderes als der Großteil des Fandoms. Zum Beispiel hasse ich Harry nicht. Ja, er hat zwischendurch mal nervige Minderwertigkeitskomplexe, ja, er schreit auch mal seine Freunde an, aber trotzdem sehe ich in ihm immer noch den elfjährigen Jungen, der ich früher immer selbst so gern sein wollte, und kann ihn nicht einfach hassen.
Jedenfalls, was ich sagen wollte: Dank des Filmes bin ich jetzt auch Snape-Fan. Die Szene war einfach großartig, herzzerreißend, und konnte mich total von Snape, dem Helden überzeugen. Diese paar Filmminuten haben es geschafft, meine Sicht auf den Charakter komplett zu verändern, auch in Hinsicht auf die Bücher.
Allerdings gibt es in der deutschen Synchronfassung einen fatalen Übersetzungsfehler, dank dem jetzt tausende deutsche Nicht-Buchleser (und sogar einige Leute, die das Buch gelesen haben, sich aber nicht mehr erinnern können) der Überzeugung sind, Snape sei Harry Vater. Im englischen Original gibt es diese Problematik gar nicht. Da sagt Dumbledore zu Snape: "He has her eyes, Severus!" Gemeint ist, dass Harry Lilys Augen hat. Im Deutschen sagt Dumbledore: "Er hat ihre Augen, Severus!" Sieht man das geschrieben auf der Buchseite stehen, ist verständlich, was gemeint ist. Im Film aber nicht. Da klingt es nämlich wie "Er hat Ihre Augen, Severus!", also dass Harry Snapes Augen hat. Und weil Dumbledore Snape wenige Momente später versprechen muss, dass nie jemand davon erfährt und es geheimgehalten werden muss, könnte man wirklich meinen, Snape sei Harrys Vater. Es wäre also besser gewesen, der Satz würde in der deutschen Synchronfassung lauten: "Er hat Lilys Augen, Severus!", aber dafür ist es jetzt eh zu spät.
Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Szene, in der Narzissa überprüfen soll, ob Harry tot ist, und ihn dann fragt, ob Draco noch lebt, im Film vorkam. Es ist zwar nur ein kurzer Moment, aber ich halte ihn für wichtig, weil er die Stellung der Malfoys während der Schlacht deutlich macht.
Oh, und ich liebe die Macher dafür, dass sie "NOT MY DAUGHTER, YOU BITCH!" in den Film übernommen haben!
Außerdem wird in dem Film angedeutet, dass sich zwischen Neville und Luna etwas entwickelt. Das gefällt mir gut. Im Buch (beziehungsweise in Rowlings Angaben zur Zukunft der Charaktere) haben beide am Ende andere Partner, aber ich fand schon immer, dass die beiden gut zusammenpassen und ich finde es toll, dass man das am Filmset anscheinend genauso sah! Ich liebe auch einfach Matthew Lewis und Evanna Lynch und finde, dass sie im letzten Film wieder ausgezeichnet spielen. Neville bekommt ja einige Heldenmomente, und Luna ist sowieso eine meiner Lieblingsfiguren und ich liebe es, wie sie auf der Treppe steht und ruft: "HARRY POTTER, YOU LISTEN TO ME RIGHT NOW!" Richtig so! Setz dich durch, Mädel!
Die einzige große Enttäuschung war für mich der finale Kampf zwischen Harry und Voldemort. Den fand ich sogar ein bisschen lächerlich. Ich hätte es wesentlich besser gefunden, wenn man hier lieber auf zwei Minuten Dialog (bitte, da liefert das Buch in dieser Szene so eine tolle Vorlage) als auf diese alberne Luftflugkampf-Actionszene gesetzt hätte. Und ich fand es schade, dass die beiden ganz alleine waren und es keine Zuschauer gab und dass man keine Reaktionen auf Voldemorts Tod gesehen hat. Ich meine: HALLO, da ist gerade der mächtigste böse Zauberer aller Zeiten gestorben, freut euch mal darüber!
Der Epilog gefällt leider auch vielen nicht, aber ich mochte ihn. Es liegt vielleicht auch daran, dass die Leute ihn im Buch schon nicht mochten. Ich finde auch, dass das nicht gerade die sechs besten Seiten sind, die Rowling je geschrieben hat, aber ich mochte ihn trotzdem. Auf der ganzen Welt haben Fans von Rowling erwartet, zu schreiben, was in der Zukunft passiert, wer wen heiratet, und das war sie ihren Lesern auch irgendwie schuldig. Wenn man den Epilog schon im Buch nicht mochte, dann wird man sich mit dem Epilog im Film auch nicht anfreunden können. JA, ich fand es doof, dass Ron im Film-Epilog kein Wort sagen durfte. Aber trotzdem hat es mich total berührt, diese drei Leute zu sehen, diese drei gutaussehenden erwachsenen Leute, und dann an die Kinder zu denken, die sie im ersten Film waren. Entsprechend fand ich das Schlussbild auch toll. Und was ich an dem Epilog besonders toll fand, war die Musik.
Damit wäre ich dann auch schon bei der Filmmusik. Alexandre Desplats Soundtrack ist gut. Allerdings finde ich ihn nicht halb so mitreißend wie John Williams' Soundtracks zu den ersten drei Filmen (vor allem der Soundtrack zu Harry Potter and the Prisoner of Azkaban spielt da in einer eigenen Liga und gehört meiner Meinung nach sogar zu den besten Filmsoundtracks aller Zeiten). Im Film funktioniert Desplats Soundtrack aber super. Ich finde, er hat drei großartige neue Themen komponiert. "Dragon Flight", das während der Flucht auf dem Drachen gespielt wird, hat es mir wirklich angetan. "Statues" ist das Schlachtthema von Hogwarts und wird auch in der Szene gespielt, in der McGonagall die Statuen erweckt. Da trägt die Musik auch ganz viel dazu bei, dass ich diesen Moment so sehr liebe. (Ich meine, schaut euch die Szene doch mal an!) Und dann ist da noch "Lily's Theme". Als ich es zum ersten Mal gehört habe, fand ich es recht unspektakulär und konnte die Begeisterung für diesen Track nicht nachvollziehen. Im Laufe des Filmes wird "Lily's Theme" aber immer wieder aufgegriffen und vor allem in der Szene, als Voldemort stirbt und sich in diese Fetzen auflöst, die dann von Wind weggetragen werden, hat das unglaublich beeindruckend und intensiv gewirkt.
Allgemein bin ich bei Filmen immer besonders auf die Musik fixiert und sammle auch Soundtracks und mag es, die Scores unabhängig vom Film anzuhören. Entsprechend verbinde ich mit einigen Musikstücken auch viel und an so ein paar Klängen können ganz viele Erinnerungen hängen. Wenn dann bei einer Filmreihe wie Harry Potter im letzten Film wieder Musik aus den ersten Filmen gespielt hat, erzielt das bei mir eine emotionale Wirkung, die nur die Bilder, Effekte oder schauspielerischen Leistungen nie erreichen könnte. Im vorletzten Film hat Alexandre Desplat leider so gut wie gar nicht auf die Vorgänger-Soundtracks zurückgegriffen, und wenn, dann so dezent, dass man es kaum gemerkt hat. Ich kann gar nicht sagen, wie toll ich es finde, dass im letzten Film nun Material aus Film 1 wiederverwendet wird! "Hedwig's Theme", das Hauptthema von Harry Potter, wird zweimal gespielt und beide Szenen waren für mich dank der Musik absolute Gänsehautmomente. Das war, als Harry den Raum der Wünsche betritt und die ganzen Schüler wieder Hoffnung bekommen und aufstehen, um zu applaudieren und auf ihn zuzugehen. Dann, nachdem McGonagall Snape vertrieben hat und, wieder unter Applaus, die Kerzen in der Großen Halle wieder erleuchtet.
Am dankbarsten bin ich aber dafür, dass man sich dazu entschieden hat, im Epilog "Leaving Hogwarts" zu spielen. Danke! "Leaving Hogwarts" wird ganz am Ende des ersten Films gespielt, als Harry in den Hogwartsexpress einsteigt und dann langsam wegfährt. Am Ende des zweiten Films wird es wiederverwendet, und beide Filme wurden damit perfekt abgeschlossen. "Leaving Hogwarts" ist eine der schönsten Melodien, die es gibt, komponiert von John Williams, und wenn ich es höre, löst es bei mir ganz viele Gefühle aus. Daran hängen ganz viele Kindheitserinnerungen. Ich habe so sehr gebetet, dass "Leaving Hogwarts" ganz am Ende des letzten Filmes, während des Epilogs gespielt wird, aber solche Wünsche von mir gehen normal nie in Erfüllung und ich hätte mir nicht träumen lassen, dass es dann tatsächlich die Abschlussnummer wird.
Jetzt muss ich noch schnell etwas zu den Schauspielern schreiben. Ich liebe die Besetzung der Harry Potter-Filme. Ich liebe es, dass man den Schauspielern beim Aufwachsen zugesehen hat. Diese Leute sind für mich alle so inspirierend und in Interviews vollkommen menschlich und liebenswert und ich liebe sie alle! Auch wenn ich einige der Filme etwas schwach fand, weil man sich zu sehr vom Buch entfernt hat, war Harry Potter stets hervorragend besetzt. Im vorletzten Film hat Emma Watson eine unfassbar gute Leistung abgeliefert und alle an die Wand gespielt. Im Finale fand ich alle großartig (wobei ausgerechnet Daniel Radcliffe in der Hauptrolle am schwächsten war - aber ich mag ihn trotzdem sehr!). Für mich waren aber drei Schauspieler in diesem Film besonders herausragend, und davon gehörte keiner zu der "jüngeren Generation".
Alan Rickman finde ich sowieso genial, aber was er in diesem Film abliefert, ist ganz ganz großes Kino! Er verdient für seine Darstellung des Snape im letzten Film alle Auszeichnungen der Welt!
Besonders beeindruckt war ich auch von Ralph Fiennes als Voldemort. Mit dem Charakter können sich die Zuschauer normal überhaupt nicht identifizieren und ich würde auch absolut nicht sagen, dass ich Voldemort mag, aber was Fiennes aus dieser Rolle herausholt - da fehlen mir die Worte. Man bekommt so eine tierische Angst vor ihm, und das hat nichts mit seinem unmenschlichen Aussehen zu tun. Wie er aber diese Verzweiflung spielt, die Wut, die Angst, seine Unsterblichkeit zu verlieren, die Besorgnis um seine Horkruxe, ist unglaublich!
Und das Beste kommt zum Schluss: Maggie Smith. Ich liebe diese Frau, ich finde sie so klasse. Was für eine begnadete Schauspielerin! Ich finde es toll, dass sie trotz ihres hohen Alters durch die Potter-Filme einem so großen jungen Publikum bekannt geworden ist, und es freut mich, dass sie dadurch ganz viele Fans und Bewunderer dazugewonnen hat. Da trifft es sich auch ganz gut, dass ich ihre Rolle, Professor MccGonagall, genauso liebe. Sie war schon immer meine Lieblingslehrerin in Hogwarts, aber im letzten Teil stiehlt sie wirklich allen die Show und ich bin so froh, dass man ihr im Film auch diese vielen Momente gibt, in denen sie sich beweisen kann! McGonagall ist einfach so BAD ASS. Im Duell mit Snape geht sie richtig ab und solange sie in Hogwarts ist, fühlt man sich einfach noch sicher. Außerdem hat sie für die lustigen Momente des Filmes gesorgt. "BOOM" und vor allem "I've always wanted to use that spell!" Oh, da hätte ich sie am liebsten in den Arm genommen. Maggie, du bist die Beste!<3
Normal weine auch nicht, wenn ich Filme sehe. Ich bin oft ergriffen, aber so richtig weinen, das kommt ganz selten vor. Als ich diesen Film aber zum ersten Mal gesehen habe, auf Englisch in dem kleinen schnuckeligen Kinosaal in Palma, habe ich geheult, wie ich noch nie bei einem Film geheult habe! Angefangen hat es, als das Trio nach Snapes Tod in die große Halle kam und man da die Leichen von Fred, Lupin und Tonks liegen gesehen hat. Dann habe ich "The Prince's Tale" komplett durchgeheult. Als Harry mit dem Stein der Wiederauferstehung seine Eltern, Sirius und Remus für einen kurzen Moment wieder zurückgeholt hat, musste ich wieder heulen, und dann beim Epilog, weil ich da wusste, dass es vorbei ist, und weil ich nochmal an den ersten Film denken musste, und wie schön das vor zehn Jahren war, und wegen "Leaving Hogwarts".
Als ich den Film dann nochmal auf Deutsch gesehen habe, war ich nicht mehr so ergriffen. Das lag aber weniger an der Synchronisation - die finde ich nämlich eigentlich sogar ziemlich gelungen, auch wenn es natürlich kein Vergleich zum Original ist. Filme im Original zu gucken, ist immer intensiver. Ich glaube, ich habe beim zweiten Mal nicht mehr geheult, weil ich das alles einfach vorher schonmal gesehen habe.
Huch, das ist jetzt viiiel länger geworden als geplant. Wie schließe ich meine Rezension am besten ab?
Ich hatte zwar ein paar Sachen zu kritisieren, aber ich fand den Film nicht so schlecht, wie das hier klingen mag. Ich könnte nämlich eine Auflistung machen - hundertmal länger als die der Sachen, die ich nicht so gut fand - mit den Sachen, die ich an Harry Potter and the Deathly Hallows Part 2 geliebt habe. Trotz der Streichungen einiger Szenen und Dialoge aus der Buchvorlage und dem enttäuschenden finalen Kampf war ich insgesamt total begeistert und würde dem Film im Amazon-Sternebewertungssystem volle Punktzahl geben.
Harry Potter and the Prisoner of Azkaban war bisher eigentlich immer mein Lieblingsfilm der Reihe, aber wenn man Harry Potter and the Deathly Hallows als einen einzigen, großen Film betrachtet und nicht als zwei eigenständige, ist er wahrscheinlich der beste Harry Potter-Film aller Zeiten.
Ich bin froh, dass die Filmreihe mit diesem Finale würdig abgeschlossen werden konnte. Das waren zehn tolle Jahre, die ich sicher nie vergessen werde und Harry Potter wird immer einen Platz in meinem Herzen haben!
Ich mag es, meine Blogeinträge mit Zitaten zu schließen. In diesem Fall fällt mir auch eines ein. Am 7. Juli fand die Weltpremiere des Films in London statt. Ich habe sie, wie hunderttausend andere Fans auf der ganzen Welt, im Internetlivestream mitverfolgt, und da hat J. K. Rowling etwas gesagt, das mich wirklich berührt hat:
The stories we love best do live in us forever. Whether you come back by page or by the big screen, Hogwarts will always be there the welcome you home.Danke, J. K. Rowling. Danke für meine Kindheit.
Samstag, 9. Juli 2011
Brittana - Anything's Possible
Das wird jetzt kein langer Eintrag werden, da ich noch einiges zu tun habe, aber trotzdem wollte ich gerne kurz darüber bloggen.
Ich hab dieses Jahr erst richtig gemerkt, wie toll Fandom ist, und ich hatte nun schon länger vor, ein Brittana-Fanvideo zu machen. Dafür hat mir aber das richtige Programm gefehlt und jetzt, wo ich es habe, habe ich versucht, meine Idee in ein Video zu packen. Das war insgesamt ziemlich nervenaufreibend und hat mich so sehr zum verzweifeln gebracht, dass ich das Projekt aufgeben wollte (wenn ein zweiminütiges Video als 14 GB große Datei gespeichert wird, ist das nicht mehr lustig) aber ich habe es dann doch irgendwie hinbekommen und bin ganz zufrieden damit. Ich muss mich zwar erst noch ein bisschen in das Programm reinarbeiten und etwas ausprobieren, damit vor allem die Videoübergänge ein bisschen abwechslungsreicher werden, aber insgesamt ist das Video so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Leider ist das Video auf Youtube trotz HD nicht in der Qualität, die ich mir gewünscht habe - am besten ist es, man schaut das Video in 720pHD im kleinen Bildschirm.
[Wegen Copyright-Blabla wurde das Video gesperrt und ich musste es nochmal neu hochladen. Jetzt sind die ganzen tollen Kommentare weg.]
Ich habe das Video heute Mittag auch auf meinem tumblr-Account hochgeladen (wo die Qualität etwas besser zu sein scheint) und war überrascht, wie schnell es sich verbreitet hat. Bisher hat es schon über 150 Notes. Und im Vergleich zu den anderen Sachen, die ich da immer hochlade, ist das schon nicht schlecht ...
Und hier ein paar Kommentare von anderen Leuten auf tumblr zu meinem Video:
ACH, UND DAS WAR DER LETZTER BLOG-EINTRAG, DEN MEIN 15-JÄHRIGES ICH GESCHRIEBEN HAT.
Ich hab dieses Jahr erst richtig gemerkt, wie toll Fandom ist, und ich hatte nun schon länger vor, ein Brittana-Fanvideo zu machen. Dafür hat mir aber das richtige Programm gefehlt und jetzt, wo ich es habe, habe ich versucht, meine Idee in ein Video zu packen. Das war insgesamt ziemlich nervenaufreibend und hat mich so sehr zum verzweifeln gebracht, dass ich das Projekt aufgeben wollte (wenn ein zweiminütiges Video als 14 GB große Datei gespeichert wird, ist das nicht mehr lustig) aber ich habe es dann doch irgendwie hinbekommen und bin ganz zufrieden damit. Ich muss mich zwar erst noch ein bisschen in das Programm reinarbeiten und etwas ausprobieren, damit vor allem die Videoübergänge ein bisschen abwechslungsreicher werden, aber insgesamt ist das Video so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Leider ist das Video auf Youtube trotz HD nicht in der Qualität, die ich mir gewünscht habe - am besten ist es, man schaut das Video in 720pHD im kleinen Bildschirm.
[Wegen Copyright-Blabla wurde das Video gesperrt und ich musste es nochmal neu hochladen. Jetzt sind die ganzen tollen Kommentare weg.]
Ich habe das Video heute Mittag auch auf meinem tumblr-Account hochgeladen (wo die Qualität etwas besser zu sein scheint) und war überrascht, wie schnell es sich verbreitet hat. Bisher hat es schon über 150 Notes. Und im Vergleich zu den anderen Sachen, die ich da immer hochlade, ist das schon nicht schlecht ...
Und hier ein paar Kommentare von anderen Leuten auf tumblr zu meinem Video:
Seriously, hurt my heart a little more that was the cutest thing ever
;__; I’m literally crying. Too perfect!
this is the fucking cutest thing i’ve ever seen. as soon as she said, ‘acceptance’ i started to bawl my eyes out.
one of the best brittana videos i’ve seen so far
omg…my fucking heart. you killed it. it is now dead.
this brought tears to my eyes
This is so beautiful I can’t even speak right nowIm Moment fehlt mir erst mal die Inspiration für ein neues Video, aber ich bin so froh, dass dieses hier jetzt fertig geworden ist.
ACH, UND DAS WAR DER LETZTER BLOG-EINTRAG, DEN MEIN 15-JÄHRIGES ICH GESCHRIEBEN HAT.
Mittwoch, 6. Juli 2011
GHOST the Musical – London, 27.6.2011
Auf Ghost bin ich eigentlich das erste Mal richtig aufmerksam geworden, als ich gehört habe, dass Caissie Levy die weibliche Hauptrolle spielen wird. Vor drei Monaten habe ich dann den Trailer aus Manchester, wo Ghost seine Try-Outs hatte, gesehen und habe mich sofort verliebt. Die Hörproben klangen sehr vielversprechend und ich habe es noch nie erlebt, dass die Kritiken und Rückmeldungen zu einer neuen Show ausnahmslos so positiv und begeistert waren!
Als wir uns am zweiten Tag unseres London-Trips morgens in Hoffnung auf Restkarten auf den Weg zum Piccadilly Theatre gemacht haben, lief Ghost gerade mal seit drei Tagen im West End. Der Ticketverkäufer war total nett und hat uns Tickets, die normal 55£ kosten, für 25£ verkauft. (Außerdem hat er die coolste Armbanduhr getragen, die ich je gesehen habe! Das mal so am Rande …) Das liebe ich einfach an Londoner Theatern – die Verkäufer sind touristenfreundlich und man kann mit ihnen über die Ticketpreise verhandeln oder kriegt, wie in unserem Fall, einen großzügigen Rabatt angeboten, ohne überhaupt gesagt zu haben, dass die Tickets zu teuer sind. In einem deutschen Theater wäre sowas nie möglich. Die Stage verkauft Tickets anscheinend lieber gar nicht, als sie am Tag der Vorstellung günstiger anzubieten und damit einen größeren Umsatz zu machen.
Es war ein aufregendes Erlebnis, drei Wochen vor der Galapremiere einer, wie der Mann am Ticketschalter das auch extra nochmal betont hat, brandneuen Show in einer Preview in einem Londoner Theater zu sitzen. Ich liebe Londoner Theater sowieso, weil sie so schnuckelig und gemütlich und kompakt sind – gut, ich habe bisher eigentlich nur zwei Theater in London wirklich von innen gesehen, aber ich tu mal wieder so, als hätte ich von allem eine Ahnung.
Wir saßen in der letzten Parkett- (oder, wie der Engländer sagt, Stalls-)reihe, waren aber trotzdem, weil eben alles so dicht zusammen ist, näher an der Bühne als erwartet und konnten Mimik noch gut erkennen. Trotzdem habe ich seit Jahren nicht mehr so weit hinten in einem Theater gesessen! Ich hatte mich schon auf Sichteinschränkungen während der Show eingestellt, weil der 1. Rang so niedrig war, dass wir das oberste Drittel der Bühne nicht sehen konnten, aber es hat sich dann zum Glück alles im unteren Bühnenbereich abgespielt und wir konnten auch die Kulissen und die Videoleinwand im Hintergrund von unten bis oben erkennen. Nur ganz am Anfang wurden, wie bei einer Diashow, ganz viele Fotos auf die komplette Bühnenfläche projiziert, aber das hat gar nichts ausgemacht, weil die Bilder einfach nur Sam und Molly (und manchmal auch Carl) gezeigt haben und nichts zum Verlauf der Handlung beigetragen haben.
Was man dafür von unseren Plätzen hervorragend erkennen konnte, waren die visuellen Effekte und Illusionen. Die waren so beeindruckend, dass sie mehrmals mit Szenenapplaus belohnt wurden. Was da auf der Bühne gezeigt wurde, hat wirklich effekttechnisch alles übertroffen, was ich bisher gesehen habe! Es gab ein paar Momente, in denen ich mit offenem Mund in meinem Sitz gesessen habe, weil ich mir einfach nicht erklären konnte, wie zum Teufel die das da gerade gemacht haben. Generell finde ich spektakuläre und verblüffende Special Effects in Musicals toll, solange sie mehr als Effekthascherei sind und nicht nur dazu dienen, über ein schlechtes Buch hinwegzutäuschen. Zum Glück ist das hier aber nicht der Fall.
Ghost basiert auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1990. Den habe ich mir ein paar Tage vor unserem London-Trip als Vorbereitung auf den Musicalbesuch angesehen und fand ihn mittelmäßig. Die Handlung ist wunderschön und Whoopi Goldberg ist in dem Film großartig (und hat für diese Rolle auch immerhin einen Oscar bekommen), aber die Effekte sind für heutige Verhältnisse nicht sehr ernstzunehmend (gut, der Film ist ja mittlerweile auch schon zwanzig Jahre alt – aber die Effekte des Musicals sind einfach wesentlich beeindruckender) und ich bin kein großer Fan von Patrick Swayze.
Bruce Joel Rubin, der das Original-Filmdrehbuch geschrieben und dafür übrigens auch einen Oscar bekommen hat, zeichnet sich auf für das Buch (und ergänzende Liedtexte) des Musicals verantwortlich. So sind die ganzen Dialoge, die mir im Film gut gefallen haben, auch in der Bühnenfassung enthalten und überhaupt ist Ghost ein Musical, das sich wirklich sehr stark an die Filmvorlage hält. Insgesamt ist vor allem der Look moderner, die Ausstattung sieht nach 2011 aus und nicht nach 1990, worum ich sehr froh bin.
Die Musik klingt auch modern, frisch und unverbraucht. Sie war überraschend vielseitig, ich habe mich im Laufe des Abends musikalisch sowohl an Musicals wie Next to Normal als auch an Feel-Good-Shows wie Sister Act oder Hairspray erinnert gefühlt. Von Pop und Rock über Balladen bis zu Soul- und Up-Tempo-Nummern war alles vertreten. Am Ende des Abends verlässt man dann, jedenfalls ging es mir so, mit drei Ohrwürmern das Theater: „Here Right Now“ (überraschenderweise schon gleich das erste Lied der Show), „Unchained Melody“ und „I’m Outta Here“. Die restlichen Lieder klangen alle schön, blieben aber beim ersten Hören noch nicht gleich hängen. Sie gehören zu den Liedern, die man zwei oder dreimal hören muss, sich dafür dann aber so richtig in sie verliebt. Deshalb freue ich mich auch schon auf das Cast Album, das Ende Juli erscheint! Außerdem ist es immer wieder schön, im Theater zu sitzen, ohne die Musik zu kennen, und dann die ganzen Lieder zum ersten Mal zu hören. (Vorher hatte ich mir nur die drei oder vier Hörproben, die es gab, angehört, und kannte die Material, das im Trailer verwendet wurde.)
Die Besetzung der Hauptrollen war auch großartig. Sharon D Clarke hat als Oda Mae Brown für die lustigen Momente des Abends gesorgt. Was hat diese Frau nur für ein wahnsinniges komödiantisches Talent! In der Reihe vor uns hat ein Mann gesessen, der anscheinend mit Sharon verwandt war – und man hatte den Eindruck, als hätte er noch nie in seinem Leben mehr Spaß gehabt als bei diesem Musicalbesuch. Das war richtig ansteckend und dank seiner Reaktionen musste ich in vielen lustigen Momenten noch viel heftiger lachen als ohnehin schon!
Richard Fleeshman als Sam konnte mit viel glaubwürdigerem Schauspiel überzeugen als Patrick Swayze damals im Film. Er hat eine sehr angenehme Stimme und ist einer der Sänger, von denen ich mir auch ein Soloalbum kaufen würde. Auf jeden Fall meine Entdeckung des Abends!
Auch wenn die drei Hauptrollen alle hervorragend besetzt waren und es mir schwer fällt, jemanden besonders hervorzuheben, muss ich doch sagen, dass Caissie Levy der Star des Abends war! Ich habe sie schon vor Ghost geliebt, aber nachdem ich sie jetzt live gesehen habe, ist sie meine neue Lieblingsdarstellerin. Molly ist die dankbarste Rolle des Stückes, aus der Caissie das Maximum rausgeholt hat. Richard und sie passen sehr gut zusammen und sind ein sehr glaubwürdiges Paar – da stimmt die Chemie. Die Trauer und Verzweiflung um den Verlust ihres Freundes spielt sie herzzerreißend und man nimmt ihr die Gefühle in jeder Sekunde ab. Dann die leise Hoffnung, die Oda Mae in ihr weckt, und danach die Selbstvorwürfe, die sie sich macht, weil sie so naiv war, diese Geschichten zu glauben – das ist ganz großes Kino. Solange sie gut umgesetzt sind, mag ich auch Musicals, die sich mit Trennung und Tod auseinandersetzen und damit, wie die Trauernden damit fertig werden. Diese „Barriere des Loslassens“ wurde in Next to Normal großartig thematisiert und wird hier auch angedeutet. Auch gesanglich war das eine sehr starke Leistung von Caissie!
Andrew Langtree hat mir als Carl auch sehr gut gefallen. Ich habe festgestellt, dass die Rolle im Musical anders angelegt ist als im Film, was aber weniger mit dem Drehbuch als mit Andrews Darstellung zu tun hat. Carl wirkt nun nicht mehr so unsicher, sondern kommt lässiger rüber, was ein sehr interessanter Ansatz war. Hat mir gut gefallen!
Die Ensemblenummern sind alle ziemlich untergegangen. Die meiste Zeit über wirkte das Ensemble (was von dem Kreativteam aber sicher beabsichtigt war) wie eine „gesichtslose Masse“ – im hektischen Alltag waren sie wie Roboter ohne Seelen oder so … Dadurch lag der Fokus aber komplett auf den Hauptrollen, was ich nicht schlimm fand. Es gab eigentlich nur eine Szene, in der das Ensemble nicht nur „Mittel zum Zweck“ war – das war im Krankenhaus. Da haben mich die Toten irgendwie an die heitere Unterwelt in Tim Burtons Corpse Bride erinnert.
Übrigens standen auch im Gang hinter uns einige Leute, die sich den ganzen Abend über Notizen gemacht haben. In der Pause haben wir dann aus einem Gespräch aufgeschnappt, dass das Swings sind. Es ist also schon etwas besonderes, bei einer Preview in London dabei zu sein!
Insgesamt war Ghost für mich der nahezu perfekte Theaterabend. Eigentlich gab es nur eine Sache, die mich gestört hat, und das war der ätzend lange „Focus“-Sprechgesang des Subway Ghosts. Zwar bringt die Szene die Geschichte schon voran und die Effekte waren auch hier wieder beeindruckend, aber die musikalische Umsetzung war so schlecht, dass man besser irgendeine bessere oder (das würde in der Szene am ehesten Sinn machen) gar keine Musik verwendet hätte.
Ansonsten hat aber alles gestimmt – Ghost bietet die perfekte Mischung aus Komik, Spannung, Romantik und Drama (und aus Erfahrung kann ich sagen, dass man das Musical auch lieben kann, wenn man den Film nicht mag). Wo erlebt man das schon mal? Im einen Moment fallen die Zuschauer vor Lachen fast von ihren Sitzen, im nächsten packen sie ihre Taschentücher aus und weinen.
Ich kann Ghost jedem Londonreisenden absolut weiterempfehlen und bin sehr froh, dass ich das Musical sogar noch vor der Premiere in London sehen konnte. Jetzt bin ich gespannt, was es für Kritiken von der britischen Presse wird und wie es bei den Zuschauern ankommt und ich hoffe, dass die Show ein großer Erfolg wird und eine verdient lange Laufzeit im West End haben wird!
BELIEVE IN LOVE.
Als wir uns am zweiten Tag unseres London-Trips morgens in Hoffnung auf Restkarten auf den Weg zum Piccadilly Theatre gemacht haben, lief Ghost gerade mal seit drei Tagen im West End. Der Ticketverkäufer war total nett und hat uns Tickets, die normal 55£ kosten, für 25£ verkauft. (Außerdem hat er die coolste Armbanduhr getragen, die ich je gesehen habe! Das mal so am Rande …) Das liebe ich einfach an Londoner Theatern – die Verkäufer sind touristenfreundlich und man kann mit ihnen über die Ticketpreise verhandeln oder kriegt, wie in unserem Fall, einen großzügigen Rabatt angeboten, ohne überhaupt gesagt zu haben, dass die Tickets zu teuer sind. In einem deutschen Theater wäre sowas nie möglich. Die Stage verkauft Tickets anscheinend lieber gar nicht, als sie am Tag der Vorstellung günstiger anzubieten und damit einen größeren Umsatz zu machen.
Es war ein aufregendes Erlebnis, drei Wochen vor der Galapremiere einer, wie der Mann am Ticketschalter das auch extra nochmal betont hat, brandneuen Show in einer Preview in einem Londoner Theater zu sitzen. Ich liebe Londoner Theater sowieso, weil sie so schnuckelig und gemütlich und kompakt sind – gut, ich habe bisher eigentlich nur zwei Theater in London wirklich von innen gesehen, aber ich tu mal wieder so, als hätte ich von allem eine Ahnung.
Wir saßen in der letzten Parkett- (oder, wie der Engländer sagt, Stalls-)reihe, waren aber trotzdem, weil eben alles so dicht zusammen ist, näher an der Bühne als erwartet und konnten Mimik noch gut erkennen. Trotzdem habe ich seit Jahren nicht mehr so weit hinten in einem Theater gesessen! Ich hatte mich schon auf Sichteinschränkungen während der Show eingestellt, weil der 1. Rang so niedrig war, dass wir das oberste Drittel der Bühne nicht sehen konnten, aber es hat sich dann zum Glück alles im unteren Bühnenbereich abgespielt und wir konnten auch die Kulissen und die Videoleinwand im Hintergrund von unten bis oben erkennen. Nur ganz am Anfang wurden, wie bei einer Diashow, ganz viele Fotos auf die komplette Bühnenfläche projiziert, aber das hat gar nichts ausgemacht, weil die Bilder einfach nur Sam und Molly (und manchmal auch Carl) gezeigt haben und nichts zum Verlauf der Handlung beigetragen haben.
Was man dafür von unseren Plätzen hervorragend erkennen konnte, waren die visuellen Effekte und Illusionen. Die waren so beeindruckend, dass sie mehrmals mit Szenenapplaus belohnt wurden. Was da auf der Bühne gezeigt wurde, hat wirklich effekttechnisch alles übertroffen, was ich bisher gesehen habe! Es gab ein paar Momente, in denen ich mit offenem Mund in meinem Sitz gesessen habe, weil ich mir einfach nicht erklären konnte, wie zum Teufel die das da gerade gemacht haben. Generell finde ich spektakuläre und verblüffende Special Effects in Musicals toll, solange sie mehr als Effekthascherei sind und nicht nur dazu dienen, über ein schlechtes Buch hinwegzutäuschen. Zum Glück ist das hier aber nicht der Fall.
Ghost basiert auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1990. Den habe ich mir ein paar Tage vor unserem London-Trip als Vorbereitung auf den Musicalbesuch angesehen und fand ihn mittelmäßig. Die Handlung ist wunderschön und Whoopi Goldberg ist in dem Film großartig (und hat für diese Rolle auch immerhin einen Oscar bekommen), aber die Effekte sind für heutige Verhältnisse nicht sehr ernstzunehmend (gut, der Film ist ja mittlerweile auch schon zwanzig Jahre alt – aber die Effekte des Musicals sind einfach wesentlich beeindruckender) und ich bin kein großer Fan von Patrick Swayze.
Bruce Joel Rubin, der das Original-Filmdrehbuch geschrieben und dafür übrigens auch einen Oscar bekommen hat, zeichnet sich auf für das Buch (und ergänzende Liedtexte) des Musicals verantwortlich. So sind die ganzen Dialoge, die mir im Film gut gefallen haben, auch in der Bühnenfassung enthalten und überhaupt ist Ghost ein Musical, das sich wirklich sehr stark an die Filmvorlage hält. Insgesamt ist vor allem der Look moderner, die Ausstattung sieht nach 2011 aus und nicht nach 1990, worum ich sehr froh bin.
Die Musik klingt auch modern, frisch und unverbraucht. Sie war überraschend vielseitig, ich habe mich im Laufe des Abends musikalisch sowohl an Musicals wie Next to Normal als auch an Feel-Good-Shows wie Sister Act oder Hairspray erinnert gefühlt. Von Pop und Rock über Balladen bis zu Soul- und Up-Tempo-Nummern war alles vertreten. Am Ende des Abends verlässt man dann, jedenfalls ging es mir so, mit drei Ohrwürmern das Theater: „Here Right Now“ (überraschenderweise schon gleich das erste Lied der Show), „Unchained Melody“ und „I’m Outta Here“. Die restlichen Lieder klangen alle schön, blieben aber beim ersten Hören noch nicht gleich hängen. Sie gehören zu den Liedern, die man zwei oder dreimal hören muss, sich dafür dann aber so richtig in sie verliebt. Deshalb freue ich mich auch schon auf das Cast Album, das Ende Juli erscheint! Außerdem ist es immer wieder schön, im Theater zu sitzen, ohne die Musik zu kennen, und dann die ganzen Lieder zum ersten Mal zu hören. (Vorher hatte ich mir nur die drei oder vier Hörproben, die es gab, angehört, und kannte die Material, das im Trailer verwendet wurde.)
Die Besetzung der Hauptrollen war auch großartig. Sharon D Clarke hat als Oda Mae Brown für die lustigen Momente des Abends gesorgt. Was hat diese Frau nur für ein wahnsinniges komödiantisches Talent! In der Reihe vor uns hat ein Mann gesessen, der anscheinend mit Sharon verwandt war – und man hatte den Eindruck, als hätte er noch nie in seinem Leben mehr Spaß gehabt als bei diesem Musicalbesuch. Das war richtig ansteckend und dank seiner Reaktionen musste ich in vielen lustigen Momenten noch viel heftiger lachen als ohnehin schon!
Richard Fleeshman als Sam konnte mit viel glaubwürdigerem Schauspiel überzeugen als Patrick Swayze damals im Film. Er hat eine sehr angenehme Stimme und ist einer der Sänger, von denen ich mir auch ein Soloalbum kaufen würde. Auf jeden Fall meine Entdeckung des Abends! Auch wenn die drei Hauptrollen alle hervorragend besetzt waren und es mir schwer fällt, jemanden besonders hervorzuheben, muss ich doch sagen, dass Caissie Levy der Star des Abends war! Ich habe sie schon vor Ghost geliebt, aber nachdem ich sie jetzt live gesehen habe, ist sie meine neue Lieblingsdarstellerin. Molly ist die dankbarste Rolle des Stückes, aus der Caissie das Maximum rausgeholt hat. Richard und sie passen sehr gut zusammen und sind ein sehr glaubwürdiges Paar – da stimmt die Chemie. Die Trauer und Verzweiflung um den Verlust ihres Freundes spielt sie herzzerreißend und man nimmt ihr die Gefühle in jeder Sekunde ab. Dann die leise Hoffnung, die Oda Mae in ihr weckt, und danach die Selbstvorwürfe, die sie sich macht, weil sie so naiv war, diese Geschichten zu glauben – das ist ganz großes Kino. Solange sie gut umgesetzt sind, mag ich auch Musicals, die sich mit Trennung und Tod auseinandersetzen und damit, wie die Trauernden damit fertig werden. Diese „Barriere des Loslassens“ wurde in Next to Normal großartig thematisiert und wird hier auch angedeutet. Auch gesanglich war das eine sehr starke Leistung von Caissie!
Andrew Langtree hat mir als Carl auch sehr gut gefallen. Ich habe festgestellt, dass die Rolle im Musical anders angelegt ist als im Film, was aber weniger mit dem Drehbuch als mit Andrews Darstellung zu tun hat. Carl wirkt nun nicht mehr so unsicher, sondern kommt lässiger rüber, was ein sehr interessanter Ansatz war. Hat mir gut gefallen!
Die Ensemblenummern sind alle ziemlich untergegangen. Die meiste Zeit über wirkte das Ensemble (was von dem Kreativteam aber sicher beabsichtigt war) wie eine „gesichtslose Masse“ – im hektischen Alltag waren sie wie Roboter ohne Seelen oder so … Dadurch lag der Fokus aber komplett auf den Hauptrollen, was ich nicht schlimm fand. Es gab eigentlich nur eine Szene, in der das Ensemble nicht nur „Mittel zum Zweck“ war – das war im Krankenhaus. Da haben mich die Toten irgendwie an die heitere Unterwelt in Tim Burtons Corpse Bride erinnert.
Übrigens standen auch im Gang hinter uns einige Leute, die sich den ganzen Abend über Notizen gemacht haben. In der Pause haben wir dann aus einem Gespräch aufgeschnappt, dass das Swings sind. Es ist also schon etwas besonderes, bei einer Preview in London dabei zu sein!
Insgesamt war Ghost für mich der nahezu perfekte Theaterabend. Eigentlich gab es nur eine Sache, die mich gestört hat, und das war der ätzend lange „Focus“-Sprechgesang des Subway Ghosts. Zwar bringt die Szene die Geschichte schon voran und die Effekte waren auch hier wieder beeindruckend, aber die musikalische Umsetzung war so schlecht, dass man besser irgendeine bessere oder (das würde in der Szene am ehesten Sinn machen) gar keine Musik verwendet hätte.
Ansonsten hat aber alles gestimmt – Ghost bietet die perfekte Mischung aus Komik, Spannung, Romantik und Drama (und aus Erfahrung kann ich sagen, dass man das Musical auch lieben kann, wenn man den Film nicht mag). Wo erlebt man das schon mal? Im einen Moment fallen die Zuschauer vor Lachen fast von ihren Sitzen, im nächsten packen sie ihre Taschentücher aus und weinen.
Ich kann Ghost jedem Londonreisenden absolut weiterempfehlen und bin sehr froh, dass ich das Musical sogar noch vor der Premiere in London sehen konnte. Jetzt bin ich gespannt, was es für Kritiken von der britischen Presse wird und wie es bei den Zuschauern ankommt und ich hoffe, dass die Show ein großer Erfolg wird und eine verdient lange Laufzeit im West End haben wird!
BELIEVE IN LOVE.
Dienstag, 5. Juli 2011
GLEE LIVE – The O2, London – 26.6.2011
Ich hätte es vor zwei Monaten nicht für möglich gehalten, dass ich tatsächlich zu Glee Live nach London kann. Da standen die Chancen nämlich ziemlich schlecht – dabei war es eigentlich, seit ich zum ersten Mal gehört habe, dass der Glee Cast dieses Jahr auch nach Großbritannien kommt, mein großer Wunsch, dabei zu sein. Amerika ist eben so unerreichbar weit weg und England ist für mich viel „greifbarer“. Ich wusste auch, dass das wahrscheinlich eine once-in-a-lifetime opportunity ist und ich danach vielleicht nie mehr die Gelegenheit habe, diese Leute alle zusammen live zu sehen. Irgendwie habe ich es dann also doch geschafft, wieder alle zu überzeugen, und drei Wochen vor dem Konzerttermin haben wir die Karten gebucht.
Es gibt sicher auch viele Leute, die 100£ für ein Konzertticket heftig finden, aber wenn man bedenkt, dass viele Glee-Tickets auch für über 700£ angeboten wurden, lässt sich das noch verkraften, vor allem bei den unfassbar guten Plätzen, die wir hatten.
Als die Setlist bekanntgegeben wurde, war ich im ersten Moment ein bisschen enttäuscht, weil viele meiner Lieblings-Songs nicht enthalten waren und es insgesamt ziemlich Season-2-lastig war. Ich habe mich aber schnell mit der Setlist abgefunden und mir auch täglich im Internet neue Videos von den Konzerten an den vorherigen Tagen angeschaut. Außerdem habe ich es auch immer gleich mitbekommen, wenn es etwas Neues gab – "Don’t Rain On My Parade" wurde gestrichen, weil es für Leas Stimme zu anstrengend war; "Friday" wurde auch gestrichen – wenn die so weiter machen, bleiben am Ende nur drei Songs übrig; Oh mein Gott, Dianna Agron trägt bei "Born This Way" ein „Likes Girls“-Shirt – ist das etwa ein Outing?; What the Fuck, Heather Morris hat "Slave 4 U" live gesungen und klingt so einfach viel geiler; Jane Lynch und Gwyneth Paltrow als Gaststars in New Jersey – wie unfair, die Zuschauer haben genauso viel bezahlt wie wir und kriegen viel mehr geboten!; "Don’t Rain On My Parade" ist wieder dabei; "Don’t Rain On My Parade" wurde wieder gestrichen – und so weiter ...
Und als richtiger Hardcore-Gleek muss man alles mal mitgemacht haben – wie zum Beispiel nachts um 3:00 Uhr aufstehen und das Konzert aus New York als Livestream zu gucken – in der beschissensten Qualität natürlich.
Jedenfalls sind wir dann am 26. Juni früh morgens nach London geflogen. Über das, was wir da alles außer dem Glee-Konzert gemacht haben, werde ich in den nächsten Tagen irgendwann noch bloggen. Den ganzen Tag über habe ich in London auch keine Werbung für das Konzert gesehen, aber ab und zu mal ein paar Fans, die mit Glee-Shirts rumgelaufen sind. Natürlich war kein T-Shirt so cool wie meins. Das habe ich nämlich selbst im Internet gestaltet und bestellt und bin auch ganz zufrieden mit dem Ergebnis.
Als wir uns abends Richtung O2-Arena bewegt haben, kam ich schon richtig in Stimmung. Erst mal mag ich einfach schöne Sommerabende und wenn man den ganzen Tag lang in der prallen Sonne rumgelaufen ist, ist es abends so angenehm! Dann die ganzen Gleeks auf dem großen Platz vor der Arena, die alle zum Eingang geströmt sind. Vier hatten die Gaga-Kostüme von Rachel, Kurt, Brittany und Santana aus der „Theatricality“-Episode an und haben die ganzen kleinen Mädchen angezogen, die total fasziniert waren und die Kostüme unbedingt anfassen mussten. Die O2 ist auch direkt bei der North Greenwich Tube-Station, also ist man ganz schnell da – und die Arena ist ja nun auch wirklich schwer zu übersehen.
In der Arena fand ich es auch voll cool. So groß alles, und es gab Restaurants und viele andere Sachen, aber wir haben uns eigentlich gar nicht so richtig umgeschaut. Ich habe mir auch gleich ein Programmheft gekauft. 15£ sind da nicht gerade wenig, vor allem, wenn man bedenkt, dass das selbe Heft in Amerika nur 10$ gekostet hat. Es war jetzt auch nicht besonders informativ, enthielt einige Rechtschreibfehler und die Konzertfotos waren bis auf eine Doppelseite alle von letztem Jahr. Eigentlich wollte ich mir auch als Souvenir so einen Loser-Handschuh kaufen, aber die haben 8.50£ gekostet und es hätte sein können, dass es dann beim Rückflug ziemlich eng im Koffer geworden wäre, also habe ich darauf verzichtet.
Meine HD-Kamera musste ich am Eingang leider abgeben – damit hätte ich so tolle Videos machen können ... So musste ich dann, wie jeder um mich herum, mit der Digicam filmen, und die Bildqualität war, wenn ich gezoomt habe, zwar nicht so der Burner, aber der Ton war doch ganz ordentlich und man hat einen guten Eindruck von der Atmosphäre in der Halle bekommen.
Unsere Plätze waren einfach SO GEIL. Wir saßen im linken von den drei vorderen Blöcken (A1) in Reihe M, was also die dreizehnte Reihe war, und bei den Ausmaßen der Halle war man wirklich extrem nah an der Bühne. Bevor es losging, liefen im Hintergrund noch ein paar Lieder (zum Beispiel Christina Perris „Jar Of Hearts“), aber eben in der Original- und nicht in der Glee-Version. Auf den Bildschirmen wurden immer irgendwelche Zitate aus der Serie eingeblendet und nach jedem Zitat ein Bild aus der Szene, in der die Person das gesagt hat. Ich habe dann immer geraten, von wem die Zitate stammen, und lag jedes Mal richtig! Nach und nach hat sich die Halle gefüllt und das war einfach so ein schönes Gefühl – zu wissen, von 20.000 Gleeks umgeben zu sein.
Um 20:00 Uhr hat es dann erst mal mit dem Supporting Act angefangen – LXD (= League of Extraordinary Dancers), Harry Shum Jr.s Tanzgruppe, hat etwa 20 Minuten lang getanzt. Und WOW! Insgesamt waren das fünf oder sechs Männer und eine Frau, und so habe ich ehrlich noch nie jemanden tanzen gesehen! Das war total beeindruckend und ich hoffe, dass LXD durch die Glee-Tour auch ein bisschen Aufmerksamkeit bekommen hat und das ihren Bekanntheitsgrad steigert. Unglaublich, wie man so akrobatisch und ausdrucksstark tanzen kann und damit so tolle Geschichten erzählen kann!
Danach war dann eine 20-minütige Pause. In der sind auch ein paar Cheerios in der Halle rumgelaufen und haben „Sue’s Barf Bags“ verteilt. Zu uns kamen sie leider nicht, die Barf Bags wären nämlich auch noch ein schönes Andenken gewesen.
Als das Konzert dann losging, hat das Publikum gar nicht mehr aufgehört zu schreien. Die Stimmung war echt den ganzen Abend über unglaublich und alleine, um diese Fan-„Energie“ zu erleben, hat sich die Reise nach London schon gelohnt. Außerdem haben wir da unten wirklich von Anfang bis Ende gestanden und ... ja, es war einfach eine riesige Party. Das einzige, was mir das Erlebnis irgendwie ein bisschen vermiest hat, war die Akustik in der O2. Der Sound war da unten, so nah an der Bühne, echt übertrieben laut und dadurch klangen die ganzen Stimmen irgendwie gepitcht und verzerrt und hinterher taten mir die Ohren weh. Aber nach ein paar Liedern war das für mich nur noch nebensächlich – ich hatte dann einfach Spaß und versucht, so viel Eindrücke wie möglich aufzunehmen, weil die Zeit echt rasend schnell rumging und ein Lied direkt ins nächste übergegangen ist. Trotzdem hat man den Glee-Leuten wirklich angemerkt, wie viel Spaß sie auf der Bühne hatten und VERDAMMT, DIE KÖNNEN AUCH ALLE LIVE SINGEN!! und man merkt einfach, wenn sie zusammen auf der Bühne stehen, wie gut sie sich alle verstehen und dass sie zusammen wie eine Familie sind. Sie haben nicht so „steif“ oder aufgesetzt gewirkt wie viele andere Künstler auf der Bühne, sondern einfach ungezwungen und sie haben rumgealbert und es hat sooo großen Spaß gemacht, ihnen zuzusehen.
Vor dem ersten Lied wurde man von Sue auf den Bildschirmen mit „Hello Suckers!“ begrüßt. Hätte ich den Dialog von Sue und Will, der dann auf der Leinwand gezeigt wurde, nicht schon vorher aus dem Internet gekannt, hätte ich wohl kaum etwas verstanden, weil alle am Schreien waren. Ich bin ja auch für gute Stimmung, aber wenn da gerade jemand redet, kann man doch mal für eine Minute ruhig sein, damit man auch was verstehen kann?
Die Eröffnungnummer war natürlich Don’t Stop Believing, und während des Songs war ich irgendwie so berauscht, dass ich kaum etwas davon mitbekommen habe. Es war sooo toll, wie nach und nach alle auf die Bühne kamen und ich gemerkt habe: „Das ist real. Da stehen gerade Heather Morris und Naya Rivera vor dir!“
Danach kam Dog Days Are Over und ich liebe dieses Lied total! Ich bin ein großer Jenna-Fan und das war leider ihr einziger „größerer“ Moment und es war einfach schön.
Irgendwie ging die Zeit viel schneller rum als erwartet und schon kam der dritte Song (ich hatte Angst, dass es in dem Tempo weitergeht und das Konzert vorbei ist, ohne dass ich viel davon mitbekommen habe) – Sing. Auch wenn der Song leider gar nicht so bekannt ist, finde ich, dass er eine richtige Hymne ist und da fand ich es auch gar nicht schlimm, dass jeder im Publikum laut mitgesungen hat … habe ich ja auch. Das war ein schöner Moment und zählte zu den vielen, vielen Highlights des Abends!
Dann kam Slave 4 U. Das war dann wohl die … intensivste Nummer des Konzerts. Heather Morris in diesem geilen Outfit – OHNE WORTE. Diese Frau hat einen Körper – Wahnsinn! Und dann so tanzen zu können! Oh HeMo, du Frau meiner Träume, komm doch bitte irgendwann ganz spät abends mal in mein Zimmer und tanze "Slave 4 U" nur für mich. Dann kann ich als glücklicher Mensch sterben.
Bei Fat Bottomed Girls hat man auch richtig gemerkt, wie viel Spaß Ashley Fink da auf der Bühne hat und wie sie es genießt, so vom Publikum gefeiert zu werden. „Get over here, Puckerman!“
Chris Colfer hat bei I Want to Hold Your Hand total süß gegrinst.
Ain’t No Way war eines der Lieder, die nicht auf der großen Bühne, sondern auf einer kleineren quadratischen Szenenfläche in der Mitte der Halle gesungen wurden. Ich mag das Lied zwar nicht so gerne, aber wow, was hat Amber für eine Röhre!
P.Y.T. hat auch zu den Liedern des Abends gehört, die ich weniger mag. Der Auftritt war zwar toll (ich meine, Harry war auf der Bühne! Und Kevin hat mich auch wirklich überrascht …), aber das Lied kann ich einfach nicht leiden.
Born This Way war dafür eine meiner liebsten Gruppennummern der zweiten Staffel und live fand ich es auch super! Ich finde es schön, dass Jenna hier wenigstens auch nochmal einen Solopart am Anfang hat. Ansonsten war ich den ganzen Song über (wie eigentlich bei jedem Song, bei dem sie auf der Bühne waren) ziemlich Heather- und Naya-fixiert.
Dann kam Firework, und Lea Michele ist einfach für die Bühne geboren! Großartig sind sie wirklich alle, aber Lea Michele ist am professionellsten und ich finde es einfach erstaunlich, wie sie diese Masse von 20.000 Leuten unter Kontrolle hat und so eine riesige Arena unterhalten kann! Dabei ist sie aber immer noch sie selbst und kommt total locker und menschlich rüber! Und ich finde es so schön zu sehen, wie sie diese ganzen kleinen Mädchen so glücklich macht. Und ich finde es soooo schade, dass sie in London nicht „Don’t Rain On My Parade“ gesungen hat. Damit wäre dann wenigstens eine klassische Musicalnummer in der Setlist vertreten gewesen und es gibt einfach kein Lied, das Lea so viel Möglichkeit liefert, ihr Talent auszuschöpfen.
Dann ist uns auf dem Bildschirm wieder die liebe Sue erschienen, um die Warblers anzukündigen. Hätte sie mal besser bleiben lassen, weil in dem Moment die Arena explodiert ist und ich dachte wirklich, dass mein Trommelfell platzt. Als die Warblers dann, angeführt von Darren Criss, auf der kleinen Bühne mit Teenage Dream angefangen haben, ist das Publikum total ausgeflippt. Die Stimmung war wirklich den ganzen Abend über bombastisch, aber ich glaube, beim Warblers-Block hat sie ihren Höhepunkt erreicht.
Silly Love Songs, der zweite von drei Warbler-Songs, ist wirklich ein silly song. Ich hätte es ja besser gefunden, hätten die Warblers stattdessen „Hey Soul Sister“ gesungen (sowieso meine Lieblings-Warbler-Performance), aber das Lied hätte sich wohl nicht besonders gut dazu geeignet, gesungen zu werden, während die Warblers von der kleinen auf die große Bühne gehen. An dieser Stelle muss ich auch unbedingt noch was erwähnen: Ich fand es echt unfair, dass immer, wenn die Sänger durchs Publikum gegangen sind, den rechten Gang benutzt haben. Wären sie einmal links gegangen, wären sie ganz nah uns vorbeigegangen! Wir hätten sie sogar anfassen können!(Hätten wir aber natüüürlich nicht gemacht, weil wir ja keine dummen kleinen Fangirlies sind!
Raise Your Glass bildete dann den Abschluss des Warbler-Blocks. PARTY! Es war eigentlich das Lied, das am meisten Spaß gemacht hat. Da ist irgendwie jeder rumgehüpft wie ein Geisteskranker und Darren ist vorne auf der großen Bühne auch richtig abgegangen.
Und schon war es Duet Time. Ich mochte das voll, dass die Bühne dann aussah wie der Chorraum der New Directions. Während der drei Duette (Get Happy/Happy Days Are Here Again, Lucky und River Deep, Mountain High) war ich aber weniger auf die gerade Singenden fixiert, sondern habe lieber die Leute im Hintergrund besabbert. Ehrlich mal, Harry, Jenna und Heather beim Herumalbern zuzusehen ist tausendmal interessanter!
Dann kam der Klaine Skit. Heather war ja soooo niedlich! „You are british, can you talk?“ Darren und Chris waren natürlich auch total süß zusammen!
Jessie’s Girl von Cory war zwar cool, aber ich hätte es irgendwie besser gefunden, wenn sie für das Konzert “Just The Way You Are” als Finn-Song gewählt hätten. Das hätte sich meiner Meinung nach auch besser in die Setlist eingefügt.
Mein persönliches Highlight war glaube ich Valerie. Die zwei besten Minuten meines Lebens oder so … Da hatte ich meine drei Lieblings-Glee-Leute zusammen auf der Bühne (Naya, Heather und Harry) und ich wusste gar nicht, wo ich hingucken sollte – auf der einen Seite hat Naya gesungen, auf der anderen haben HeMo und Harry getanzt. Wie kann man eigentlich zwei Leuten so sehr ansehen, wie viel Spaß sie beim Tanzen haben?
Als nächstes kam Loser Like Me (den Liedtitel habe ich immerhin stolz auf meinem T-Shirt präsentiert) und da war die Stimmung auch mal wieder der Hammer. Im Mittelblock hatten alle diese roten Loser-Handschuhe und haben sie hochgehalten und sind rumgehüpft. WAR DAS TOLL!
Nachdem wir wegen der langen Vorbereitungszeit (Kleider- und Bühnenwechsel) ein bisschen im Dunkeln gesessen hatten, haben Chris und die Mädels den Single Ladies-Tanz getanzt und das kam auch ziemlich gut beim Publikum an, um das mal ein wenig zu untertreiben.
Anschließend hat Kevin ein bisschen zu uns Gleeks gesprochen und rückblickend muss ich sagen, dass er für mich die Überraschung des Abends war. Er muss ja leider die meiste Zeit des Konzerts im Rollstuhl sitzen und bei Safety Dance durfte er dann endlich mal aufstehen und hat bewiesen, was für ein genialer Tänzer er ist. Das Lied fand ich so eigentlich immer unspektakulär, aber live war es wirklich einer der Höhepunkte – auf jeden Fall kann ich sagen, dass das die Nummer mit der besten Choreografie war. Und jede Nummer, bei der HeMo auf der Bühne steht und mittanzt, ist eine tolle Nummer.
Bei Empire State of Mind habe ich gemerkt, dass es schon mit Riesenschritten aufs Finale zugeht. So schnell sind 90 Minuten vergangen – Somebody to Love war meiner Meinung nach der perfekte Abschluss für den leider viel zu kurzen Abend. Bei dem größten Konfettiregen, den ich je gesehen habe, kamen alle nochmal zusammen auf die Bühne und haben sich verabschiedet. HeMo ist als letztes von der Bühne gegangen, nachdem sie noch ein bisschen breitbeinig rumgehüpft ist und einen Spagat gemacht hat.
Und schon war es zu Ende. So viel Geld für so einen miesen Sound und so eine kurze Konzertdauer, und doch war es jeden Cent wert.
Was soll ich zum Abschluss noch schreiben? Herzlichen Glückwunsch, du hast gerade den schlechtesten Blogeintrag gelesen, den ich je geschrieben habe. Anscheinend habe ich das Schreiben verlernt … Ich habe mir mit dem Bericht auch ziemlich viel Zeit gelassen – das Konzert liegt nun schon über eine Woche zurück. Als wir dort waren, kam mir noch alles, was um mich herum passiert ist, so unwirklich vor. Nun hatte ich genug Gelegenheit, nochmal zurückzublicken und alles Revue passieren zu lassen und muss sagen, dass ich echt einen unvergesslichen Abend hatte und unendlich dankbar dafür bin, dass ich alle meine Helden zusammen live sehen konnte. HeMo und Naya, ihr beiden könnt euch da ganz besonders angesprochen fühlen!
Vorgestern war in Dublin das letzte Konzert der diesjährigen Tour und ich finde es toll, dass der Cast sich die Zeit für das alles genommen hat. Natürlich war das alles die Entscheidung von FOX und nicht von den Stars selbst, aber man hat gemerkt, dass sie trotz des Stresses viel Spaß hatten.
Und falls es wen interessiert: Hier die paar Momente, die ich von dem Konzert gefilmt habe. Die Qualität ist eben nicht perfekt, aber ich durfte wie gesagt die HD-Kamera nicht mit in die Halle nehmen und hey, es ist besser als gar nichts!
Es gibt sicher auch viele Leute, die 100£ für ein Konzertticket heftig finden, aber wenn man bedenkt, dass viele Glee-Tickets auch für über 700£ angeboten wurden, lässt sich das noch verkraften, vor allem bei den unfassbar guten Plätzen, die wir hatten.
Als die Setlist bekanntgegeben wurde, war ich im ersten Moment ein bisschen enttäuscht, weil viele meiner Lieblings-Songs nicht enthalten waren und es insgesamt ziemlich Season-2-lastig war. Ich habe mich aber schnell mit der Setlist abgefunden und mir auch täglich im Internet neue Videos von den Konzerten an den vorherigen Tagen angeschaut. Außerdem habe ich es auch immer gleich mitbekommen, wenn es etwas Neues gab – "Don’t Rain On My Parade" wurde gestrichen, weil es für Leas Stimme zu anstrengend war; "Friday" wurde auch gestrichen – wenn die so weiter machen, bleiben am Ende nur drei Songs übrig; Oh mein Gott, Dianna Agron trägt bei "Born This Way" ein „Likes Girls“-Shirt – ist das etwa ein Outing?; What the Fuck, Heather Morris hat "Slave 4 U" live gesungen und klingt so einfach viel geiler; Jane Lynch und Gwyneth Paltrow als Gaststars in New Jersey – wie unfair, die Zuschauer haben genauso viel bezahlt wie wir und kriegen viel mehr geboten!; "Don’t Rain On My Parade" ist wieder dabei; "Don’t Rain On My Parade" wurde wieder gestrichen – und so weiter ...
Und als richtiger Hardcore-Gleek muss man alles mal mitgemacht haben – wie zum Beispiel nachts um 3:00 Uhr aufstehen und das Konzert aus New York als Livestream zu gucken – in der beschissensten Qualität natürlich.
Jedenfalls sind wir dann am 26. Juni früh morgens nach London geflogen. Über das, was wir da alles außer dem Glee-Konzert gemacht haben, werde ich in den nächsten Tagen irgendwann noch bloggen. Den ganzen Tag über habe ich in London auch keine Werbung für das Konzert gesehen, aber ab und zu mal ein paar Fans, die mit Glee-Shirts rumgelaufen sind. Natürlich war kein T-Shirt so cool wie meins. Das habe ich nämlich selbst im Internet gestaltet und bestellt und bin auch ganz zufrieden mit dem Ergebnis.
Als wir uns abends Richtung O2-Arena bewegt haben, kam ich schon richtig in Stimmung. Erst mal mag ich einfach schöne Sommerabende und wenn man den ganzen Tag lang in der prallen Sonne rumgelaufen ist, ist es abends so angenehm! Dann die ganzen Gleeks auf dem großen Platz vor der Arena, die alle zum Eingang geströmt sind. Vier hatten die Gaga-Kostüme von Rachel, Kurt, Brittany und Santana aus der „Theatricality“-Episode an und haben die ganzen kleinen Mädchen angezogen, die total fasziniert waren und die Kostüme unbedingt anfassen mussten. Die O2 ist auch direkt bei der North Greenwich Tube-Station, also ist man ganz schnell da – und die Arena ist ja nun auch wirklich schwer zu übersehen.
In der Arena fand ich es auch voll cool. So groß alles, und es gab Restaurants und viele andere Sachen, aber wir haben uns eigentlich gar nicht so richtig umgeschaut. Ich habe mir auch gleich ein Programmheft gekauft. 15£ sind da nicht gerade wenig, vor allem, wenn man bedenkt, dass das selbe Heft in Amerika nur 10$ gekostet hat. Es war jetzt auch nicht besonders informativ, enthielt einige Rechtschreibfehler und die Konzertfotos waren bis auf eine Doppelseite alle von letztem Jahr. Eigentlich wollte ich mir auch als Souvenir so einen Loser-Handschuh kaufen, aber die haben 8.50£ gekostet und es hätte sein können, dass es dann beim Rückflug ziemlich eng im Koffer geworden wäre, also habe ich darauf verzichtet.
Meine HD-Kamera musste ich am Eingang leider abgeben – damit hätte ich so tolle Videos machen können ... So musste ich dann, wie jeder um mich herum, mit der Digicam filmen, und die Bildqualität war, wenn ich gezoomt habe, zwar nicht so der Burner, aber der Ton war doch ganz ordentlich und man hat einen guten Eindruck von der Atmosphäre in der Halle bekommen.
Unsere Plätze waren einfach SO GEIL. Wir saßen im linken von den drei vorderen Blöcken (A1) in Reihe M, was also die dreizehnte Reihe war, und bei den Ausmaßen der Halle war man wirklich extrem nah an der Bühne. Bevor es losging, liefen im Hintergrund noch ein paar Lieder (zum Beispiel Christina Perris „Jar Of Hearts“), aber eben in der Original- und nicht in der Glee-Version. Auf den Bildschirmen wurden immer irgendwelche Zitate aus der Serie eingeblendet und nach jedem Zitat ein Bild aus der Szene, in der die Person das gesagt hat. Ich habe dann immer geraten, von wem die Zitate stammen, und lag jedes Mal richtig! Nach und nach hat sich die Halle gefüllt und das war einfach so ein schönes Gefühl – zu wissen, von 20.000 Gleeks umgeben zu sein.
Um 20:00 Uhr hat es dann erst mal mit dem Supporting Act angefangen – LXD (= League of Extraordinary Dancers), Harry Shum Jr.s Tanzgruppe, hat etwa 20 Minuten lang getanzt. Und WOW! Insgesamt waren das fünf oder sechs Männer und eine Frau, und so habe ich ehrlich noch nie jemanden tanzen gesehen! Das war total beeindruckend und ich hoffe, dass LXD durch die Glee-Tour auch ein bisschen Aufmerksamkeit bekommen hat und das ihren Bekanntheitsgrad steigert. Unglaublich, wie man so akrobatisch und ausdrucksstark tanzen kann und damit so tolle Geschichten erzählen kann!
Danach war dann eine 20-minütige Pause. In der sind auch ein paar Cheerios in der Halle rumgelaufen und haben „Sue’s Barf Bags“ verteilt. Zu uns kamen sie leider nicht, die Barf Bags wären nämlich auch noch ein schönes Andenken gewesen.
Als das Konzert dann losging, hat das Publikum gar nicht mehr aufgehört zu schreien. Die Stimmung war echt den ganzen Abend über unglaublich und alleine, um diese Fan-„Energie“ zu erleben, hat sich die Reise nach London schon gelohnt. Außerdem haben wir da unten wirklich von Anfang bis Ende gestanden und ... ja, es war einfach eine riesige Party. Das einzige, was mir das Erlebnis irgendwie ein bisschen vermiest hat, war die Akustik in der O2. Der Sound war da unten, so nah an der Bühne, echt übertrieben laut und dadurch klangen die ganzen Stimmen irgendwie gepitcht und verzerrt und hinterher taten mir die Ohren weh. Aber nach ein paar Liedern war das für mich nur noch nebensächlich – ich hatte dann einfach Spaß und versucht, so viel Eindrücke wie möglich aufzunehmen, weil die Zeit echt rasend schnell rumging und ein Lied direkt ins nächste übergegangen ist. Trotzdem hat man den Glee-Leuten wirklich angemerkt, wie viel Spaß sie auf der Bühne hatten und VERDAMMT, DIE KÖNNEN AUCH ALLE LIVE SINGEN!! und man merkt einfach, wenn sie zusammen auf der Bühne stehen, wie gut sie sich alle verstehen und dass sie zusammen wie eine Familie sind. Sie haben nicht so „steif“ oder aufgesetzt gewirkt wie viele andere Künstler auf der Bühne, sondern einfach ungezwungen und sie haben rumgealbert und es hat sooo großen Spaß gemacht, ihnen zuzusehen.
Vor dem ersten Lied wurde man von Sue auf den Bildschirmen mit „Hello Suckers!“ begrüßt. Hätte ich den Dialog von Sue und Will, der dann auf der Leinwand gezeigt wurde, nicht schon vorher aus dem Internet gekannt, hätte ich wohl kaum etwas verstanden, weil alle am Schreien waren. Ich bin ja auch für gute Stimmung, aber wenn da gerade jemand redet, kann man doch mal für eine Minute ruhig sein, damit man auch was verstehen kann?
Die Eröffnungnummer war natürlich Don’t Stop Believing, und während des Songs war ich irgendwie so berauscht, dass ich kaum etwas davon mitbekommen habe. Es war sooo toll, wie nach und nach alle auf die Bühne kamen und ich gemerkt habe: „Das ist real. Da stehen gerade Heather Morris und Naya Rivera vor dir!“
Danach kam Dog Days Are Over und ich liebe dieses Lied total! Ich bin ein großer Jenna-Fan und das war leider ihr einziger „größerer“ Moment und es war einfach schön.
Irgendwie ging die Zeit viel schneller rum als erwartet und schon kam der dritte Song (ich hatte Angst, dass es in dem Tempo weitergeht und das Konzert vorbei ist, ohne dass ich viel davon mitbekommen habe) – Sing. Auch wenn der Song leider gar nicht so bekannt ist, finde ich, dass er eine richtige Hymne ist und da fand ich es auch gar nicht schlimm, dass jeder im Publikum laut mitgesungen hat … habe ich ja auch. Das war ein schöner Moment und zählte zu den vielen, vielen Highlights des Abends!
Dann kam Slave 4 U. Das war dann wohl die … intensivste Nummer des Konzerts. Heather Morris in diesem geilen Outfit – OHNE WORTE. Diese Frau hat einen Körper – Wahnsinn! Und dann so tanzen zu können! Oh HeMo, du Frau meiner Träume, komm doch bitte irgendwann ganz spät abends mal in mein Zimmer und tanze "Slave 4 U" nur für mich. Dann kann ich als glücklicher Mensch sterben.
Bei Fat Bottomed Girls hat man auch richtig gemerkt, wie viel Spaß Ashley Fink da auf der Bühne hat und wie sie es genießt, so vom Publikum gefeiert zu werden. „Get over here, Puckerman!“
Chris Colfer hat bei I Want to Hold Your Hand total süß gegrinst.
Ain’t No Way war eines der Lieder, die nicht auf der großen Bühne, sondern auf einer kleineren quadratischen Szenenfläche in der Mitte der Halle gesungen wurden. Ich mag das Lied zwar nicht so gerne, aber wow, was hat Amber für eine Röhre!
P.Y.T. hat auch zu den Liedern des Abends gehört, die ich weniger mag. Der Auftritt war zwar toll (ich meine, Harry war auf der Bühne! Und Kevin hat mich auch wirklich überrascht …), aber das Lied kann ich einfach nicht leiden.
Born This Way war dafür eine meiner liebsten Gruppennummern der zweiten Staffel und live fand ich es auch super! Ich finde es schön, dass Jenna hier wenigstens auch nochmal einen Solopart am Anfang hat. Ansonsten war ich den ganzen Song über (wie eigentlich bei jedem Song, bei dem sie auf der Bühne waren) ziemlich Heather- und Naya-fixiert.
Dann kam Firework, und Lea Michele ist einfach für die Bühne geboren! Großartig sind sie wirklich alle, aber Lea Michele ist am professionellsten und ich finde es einfach erstaunlich, wie sie diese Masse von 20.000 Leuten unter Kontrolle hat und so eine riesige Arena unterhalten kann! Dabei ist sie aber immer noch sie selbst und kommt total locker und menschlich rüber! Und ich finde es so schön zu sehen, wie sie diese ganzen kleinen Mädchen so glücklich macht. Und ich finde es soooo schade, dass sie in London nicht „Don’t Rain On My Parade“ gesungen hat. Damit wäre dann wenigstens eine klassische Musicalnummer in der Setlist vertreten gewesen und es gibt einfach kein Lied, das Lea so viel Möglichkeit liefert, ihr Talent auszuschöpfen.
Dann ist uns auf dem Bildschirm wieder die liebe Sue erschienen, um die Warblers anzukündigen. Hätte sie mal besser bleiben lassen, weil in dem Moment die Arena explodiert ist und ich dachte wirklich, dass mein Trommelfell platzt. Als die Warblers dann, angeführt von Darren Criss, auf der kleinen Bühne mit Teenage Dream angefangen haben, ist das Publikum total ausgeflippt. Die Stimmung war wirklich den ganzen Abend über bombastisch, aber ich glaube, beim Warblers-Block hat sie ihren Höhepunkt erreicht.
Silly Love Songs, der zweite von drei Warbler-Songs, ist wirklich ein silly song. Ich hätte es ja besser gefunden, hätten die Warblers stattdessen „Hey Soul Sister“ gesungen (sowieso meine Lieblings-Warbler-Performance), aber das Lied hätte sich wohl nicht besonders gut dazu geeignet, gesungen zu werden, während die Warblers von der kleinen auf die große Bühne gehen. An dieser Stelle muss ich auch unbedingt noch was erwähnen: Ich fand es echt unfair, dass immer, wenn die Sänger durchs Publikum gegangen sind, den rechten Gang benutzt haben. Wären sie einmal links gegangen, wären sie ganz nah uns vorbeigegangen! Wir hätten sie sogar anfassen können!(Hätten wir aber natüüürlich nicht gemacht, weil wir ja keine dummen kleinen Fangirlies sind!
Raise Your Glass bildete dann den Abschluss des Warbler-Blocks. PARTY! Es war eigentlich das Lied, das am meisten Spaß gemacht hat. Da ist irgendwie jeder rumgehüpft wie ein Geisteskranker und Darren ist vorne auf der großen Bühne auch richtig abgegangen.
Und schon war es Duet Time. Ich mochte das voll, dass die Bühne dann aussah wie der Chorraum der New Directions. Während der drei Duette (Get Happy/Happy Days Are Here Again, Lucky und River Deep, Mountain High) war ich aber weniger auf die gerade Singenden fixiert, sondern habe lieber die Leute im Hintergrund besabbert. Ehrlich mal, Harry, Jenna und Heather beim Herumalbern zuzusehen ist tausendmal interessanter!
Dann kam der Klaine Skit. Heather war ja soooo niedlich! „You are british, can you talk?“ Darren und Chris waren natürlich auch total süß zusammen!
Jessie’s Girl von Cory war zwar cool, aber ich hätte es irgendwie besser gefunden, wenn sie für das Konzert “Just The Way You Are” als Finn-Song gewählt hätten. Das hätte sich meiner Meinung nach auch besser in die Setlist eingefügt.
Mein persönliches Highlight war glaube ich Valerie. Die zwei besten Minuten meines Lebens oder so … Da hatte ich meine drei Lieblings-Glee-Leute zusammen auf der Bühne (Naya, Heather und Harry) und ich wusste gar nicht, wo ich hingucken sollte – auf der einen Seite hat Naya gesungen, auf der anderen haben HeMo und Harry getanzt. Wie kann man eigentlich zwei Leuten so sehr ansehen, wie viel Spaß sie beim Tanzen haben?
Nachdem wir wegen der langen Vorbereitungszeit (Kleider- und Bühnenwechsel) ein bisschen im Dunkeln gesessen hatten, haben Chris und die Mädels den Single Ladies-Tanz getanzt und das kam auch ziemlich gut beim Publikum an, um das mal ein wenig zu untertreiben.
Anschließend hat Kevin ein bisschen zu uns Gleeks gesprochen und rückblickend muss ich sagen, dass er für mich die Überraschung des Abends war. Er muss ja leider die meiste Zeit des Konzerts im Rollstuhl sitzen und bei Safety Dance durfte er dann endlich mal aufstehen und hat bewiesen, was für ein genialer Tänzer er ist. Das Lied fand ich so eigentlich immer unspektakulär, aber live war es wirklich einer der Höhepunkte – auf jeden Fall kann ich sagen, dass das die Nummer mit der besten Choreografie war. Und jede Nummer, bei der HeMo auf der Bühne steht und mittanzt, ist eine tolle Nummer.
Bei Empire State of Mind habe ich gemerkt, dass es schon mit Riesenschritten aufs Finale zugeht. So schnell sind 90 Minuten vergangen – Somebody to Love war meiner Meinung nach der perfekte Abschluss für den leider viel zu kurzen Abend. Bei dem größten Konfettiregen, den ich je gesehen habe, kamen alle nochmal zusammen auf die Bühne und haben sich verabschiedet. HeMo ist als letztes von der Bühne gegangen, nachdem sie noch ein bisschen breitbeinig rumgehüpft ist und einen Spagat gemacht hat.
Und schon war es zu Ende. So viel Geld für so einen miesen Sound und so eine kurze Konzertdauer, und doch war es jeden Cent wert.
Was soll ich zum Abschluss noch schreiben? Herzlichen Glückwunsch, du hast gerade den schlechtesten Blogeintrag gelesen, den ich je geschrieben habe. Anscheinend habe ich das Schreiben verlernt … Ich habe mir mit dem Bericht auch ziemlich viel Zeit gelassen – das Konzert liegt nun schon über eine Woche zurück. Als wir dort waren, kam mir noch alles, was um mich herum passiert ist, so unwirklich vor. Nun hatte ich genug Gelegenheit, nochmal zurückzublicken und alles Revue passieren zu lassen und muss sagen, dass ich echt einen unvergesslichen Abend hatte und unendlich dankbar dafür bin, dass ich alle meine Helden zusammen live sehen konnte. HeMo und Naya, ihr beiden könnt euch da ganz besonders angesprochen fühlen!
Vorgestern war in Dublin das letzte Konzert der diesjährigen Tour und ich finde es toll, dass der Cast sich die Zeit für das alles genommen hat. Natürlich war das alles die Entscheidung von FOX und nicht von den Stars selbst, aber man hat gemerkt, dass sie trotz des Stresses viel Spaß hatten.
Und falls es wen interessiert: Hier die paar Momente, die ich von dem Konzert gefilmt habe. Die Qualität ist eben nicht perfekt, aber ich durfte wie gesagt die HD-Kamera nicht mit in die Halle nehmen und hey, es ist besser als gar nichts!
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